Herzogenrath - Integration: Dialog als wichtiger Wegweiser

Integration: Dialog als wichtiger Wegweiser

Von: Elisa Zander
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Gemeinsames Diskutieren bringt den Fortschritt: Beim Integrationsforum der SPD setzten sich Migranten, Politiker, Integrationsratmitglieder und Anwohner gleichermaßen mit Chancen und Möglichkeiten der Integration auseinander. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Sie hatten sich bereits im vergangenen Jahr im „Forum für das Miteinander” getroffen. 25 Interessenten waren damals gekommen, um über Probleme und Wünsche zur Integration zu diskutieren. Das war vor der Kommunalwahl. Nun, gut sechs Monate später, hat der SPD Ortsverein Herzogenrath ein erneutes Forum anberaumt.

Etwa 20 Interessenten sind in das Naturfreundehaus in Merkstein gekommen. Migranten, Mitglieder des Integrationsrates, Parteiangehörige, Interessierte Anwohner. Es geht schließlich um ihre Stadt, die Menschen, die dort leben.

Da ist die Sprache ein wichtiger Punkt. „Wir als Eltern pochen darauf, dass unsere Kinder gut Deutsch sprechen, damit sie in der Schule und später im Beruf gute Chancen haben”, erzählt eine Mutter. „Aber dadurch geht die Muttersprache verloren und damit auch die Kultur.” Alle anwesenden Eltern bemängeln, dass außerhalb von Kirchen oder Moscheen kein muttersprachlicher Unterricht angeboten wird: eine Situation, die auch die SPD-NRW-Landtagskandidatin Eva-Maria Voigt-Küppers beklagt. „Wir müssen mehr Lehrer mit ausländischem Hintergrund einstellen, die in der Schule einen solchen Unterricht anbieten. Außerdem muss so ein Angebot auch in der Freizeit möglich sein. Und wenn aus den jeweiligen Ländern, wie etwa der Türkei, keine qualifizierten Kräfte nach Deutschland kommen, müssen wir die Lehrer eben hier ausbilden.” Eine Ausweitung des Studienganges Islamwissenschaften wäre für Voigt-Küppers überlegenswert.

Interkulturelles Fest geplant

Die von den anwesenden Eltern bemängelten fehlenden Plätze an der Europaschule kommentiert der Stellvertretende Bürgermeister Manfred Fleckenstein mit der Überlegung, dass sich in Herzogenrath der Bedarf für eine zweite Gesamtschule abzeichne. Thematisiert wurde unter anderem auch die Frage der Kultur. Ein gemeinsames Fest würde allen gefallen. Der Vorschlag von Stadt- und Integrationsratmitglied Bruno Barth, den von der Stadt Herzogenrath und dem Jugendamt organisierten Familientag auf Burg Rode auszuweiten, stieß auf wenig Zuspruch. Vielmehr wäre ein „internationales Kulturfest” eine Möglichkeit, um Jung und Alt sämtlicher Herkünfte zusammenzuführen. „Es ist schwierig etwas Bestehendes, gut Funktionierendes zu ändern”, begründet Manfred Fleckenstein den Vorschlag. „Ein neuer Ansatz ist viel leichter zu realisieren.” Ein entsprechender Vorschlag soll von der SPD bei der nächsten Sitzung des Integrationsrates vorgestellt werden.

Diskutiert wurde unter den Anwesenden auch das Wahlrecht für EU-Bürger. Bruno Barth und Eva-Maria Voigt-Küppers erklärten, dass eine Ausweitung des Wahlrechtes auf alle Bürger, die eine gewisse Zeit legal in Deutschland leben, sinnvoll wäre. „Jeder, der in einer Stadt lebt, sollte das Recht haben, sich an der Gestaltung seines zu Hauses zu beteiligen”, so die SPDler.

Etwa die Hälfte derer in Deutschland, die wählen dürften, nähmen diese Option nicht wahr, führt Voigt-Küppers an. „Aber unzählige Menschen, die genauso Bürger einer Stadt sind, dürfen ihrer Meinung keine Stimme geben, obwohl sie es wollen würden. Das ist doch paradox!” Man müsste an dieser Stelle Grenzen überschreiten. Sollte sie die Wahl im Mai gewinnen, so wolle sie sich im Landtag unter anderem dafür einsetzen, so Voigt-Küppers.
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