Initiative „Türöffner“: Ein guter Start in den Kindergarten

Von: Karl Stüber
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Sie laden herzlich zum „Großen Familien-Sommerfest“ des Vereins Türöffner im Alten Bahnhof in Würselen am Sonntag ein: Mütter mit ihren Kindern, Betreuerinnen sowie Sozialpädagogin Catrin Renzelmann (links außen) und Erzieherin Pelin Yigit (rechts außen). Foto: Karl Stüber

Würselen. Im ersten Stock des Alten Bahnhofs in Würselen erklingen helle Stimmen. Ein Chor aus Müttern, kleinen Kindern und Betreuerinnen übt das Begrüßungslied für das „Große Familien-Sommerfest“ am Sonntag ein, zu dem die Stadt Würselen und der Verein Türöffner einladen.

Der Anfang des Jahres in Aachen gebildete Verein ist eine sogenannte Migrantenselbstorganisation, deren zwölf Gründungsmitglieder ethnische Wurzeln in fünf Ländern haben. Natürlich machen auch Deutsche engagiert mit. Aktiv ist die Gruppe in Aachen und der Städteregion, insbesondere aber in Würselen. Morgen will sich die Initiative der Öffentlichkeit dort vorstellen (siehe Info). „Ein jeder kann kommen, für alle machen wir die Tür auf, ein jeder kann kommen, wir laden alle ein“, lautet der Refrain des Begrüßungsliedes.

Erzieherin Pelin Yigit, die „nebenbei“ ein Studium zur Sozialarbeiterin absolviert, gehört mit Sozialpädagogin Catrin Renzelmann zu den treibenden Kräften des Vereins. Sie erzählt, dass der Verein derzeit im Alten Bahnhof verschiedene Gruppen betreut. Der Bedarf ist so groß, dass die von der Stadt Würselen bereitgestellten Räume nicht mehr ausreichen. Eng wird mit dem Jugendamt der Kommune kooperiert. Gerade läuft eine „Offene Begegnen Gruppe“. Eine bunte und muntere „Truppe“. Die Stimmung ist gut. Es wird viel gelacht. Dann geht es zum Spielen in den „Garten“, eine Rasenfläche am Alten Bahnhof.

„Dies ist ein Angebot für Familien, die an einem Vormittag regelmäßig Impulse zur Erziehungskompetenz und die Möglichkeit zu Gruppen- und Einzelgesprächen haben. Auch ein gemeinsames Frühstück aus Lebensmittelspenden der Würselener Tafel gehört dazu“, beschreibt Catrin Renzelmann das Konzept.

Wichtig ist auch die „Startup Gruppe“ für Flüchtlingsfrauen, die dort erstes Deutsch lernen und sich mit Unterstützung in Deutschland und speziell in Würselen orientieren können.

Wenngleich der Schwerpunkt auf Familienbildung und hier auf Frauenförderung liegt, sind natürlich auch Väter herzlich eingeladen, betont Pelin Yigit. Und in der Tat begleiten vereinzelt auch Herren der Schöpfung ihre Kinder zu den Gruppentreffen.

Die Angebote sind niederschwellig angelegt, um benachteiligte Familien anzusprechen, sagt Erzieherin Yigit. „Das gilt nicht nur für Familien mit Migrationshintergrund, sondern auch für deutsche. Die haben genauso ihre Probleme.“

Konzept des Vereins Türöffner ist es, bis zum Eintritt ins Kindergartenalter die Familien möglichst weit zu fördern. Dann übernehmen die Kitas. Aber mit Beginn des Kindergartenjahres zum August sind die Kontakte keineswegs abgebrochen worden. Gemäß dem Motto „Damit Herkunft nicht die Zukunft bestimmt! Bildung, Beratung, Begegnung für Menschen aus aller Welt“ versteht sich der Verein Türöffner nicht nur als eine Initiative, die die eigene Tür weit öffnet, sondern auch die anderer Einrichtungen, sagt die Erzieherin.

Zum Glück gibt es viele individuell abzustimmende Fortbildungsangebote und Fördermöglichkeiten, betont sie. „Das soziale Bildungsangebot hier ist reichhaltig. Aber viele kennen ihre Möglichkeiten und Chancen gar nicht.“ Durch die Unterstützung des Vereins wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Dafür braucht die Initiative ihrerseits Unterstützung durch die Bevölkerung.

Viele Gründe also, der Einladung am Sonntag zum Sommerfest des Vereins Türöffner zu folgen und die Arbeit dort zu unterstützen. Und der Chor singt dazu: „Alle Moslems, alle Christen, alle Juden und Buddhisten. Alle die, die zu uns kommen, werden von uns aufgenommen.“

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