Initiative erwägt Gang vors Oberverwaltungsgericht

Von: Verena Müller
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Gibt sich nicht geschlagen: Klaus Köhler. Foto: Verena Müller

Würselen. Der Runde Tisch mag zwar nicht zustande gekommen sein, dennoch denkt Klaus Köhler von der Bürgerinitiative gegen den Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße (BI) nicht ans Aufgeben. Aus seiner Sicht bleiben viele Zweifel an der Unbedenklichkeit und Sinnfälligkeit des Standorts sowie am Verfahren an und für sich.

Als da wären: Eine Risikobetrachtung der Eignung des Standortes Krottstraße habe es vor dem Votum für den Ascheplatz des VfR Würselen am 29. September 2015 nicht gegeben. Unmittelbar nach dem Beschluss sei zwar eine Firma mit einer Bodenuntersuchung beauftragt worden, die sei aber zu der zweifelhaften Erkenntnis gelangt, das es keine Schadstoffe im Boden gebe. „Nun war die Vergangenheit der Fläche als Teerfabrik und Bahnbetriebswerk hinlänglich bekannt“, gibt Köhler zu bedenken.

Nach dem Aufstellungsbeschluss sei eine andere Firma mit einer Schadstoffuntersuchung beauftragt worden, „die fand natürlich auch die kritische Belastung und sagte, der Platz sei nicht als Kinderspielfläche geeignet, aber diese Firma durfte trotz mehrfacher Aufforderungen von uns nicht zu Ende untersuchen“, kritisiert Köhler weiter. Nach wie vor sei das Ausmaß der Altlasten nicht absehbar. „Das ist doch ungeheuerlich und verantwortungslos“, findet Köhler.

Die BI fordert außerdem: keinen Baubeginn vor der Bereitstellung der Ersatzplätze, Klärung der Nachnutzung der Tittelsstraße (das sei für die Haushaltssicherung ein ganz wesentlicher Kostenblock, der dem Vergleich Sanierungs- zu Neubaukosten gegenüber zu stellen sei), Berücksichtigung der 28 Millionen-Euro-Marke (23 Millionen für den zu kleinen Neubau und fünf Millionen für Erschließungs- und Folgekosten) und, nicht zuletzt: eine seriöse Studie über die zu erwartende Verkehrs- und Lärmbelastung.

Die Stadt Würselen hatte zwecks Prognosen kurz vor Ferienbeginn eine neue Verkehrserhebung durchgeführt. Die Vorbereitungen für den Bau laufen. Wie die Stadt bestätigte, sind Bäume markiert worden, die erhalten bleiben sollen. Auch Markierungen auf Gehwegen und Zufahrten sind zu erkennen. Dem Vernehmen nach in Vorbereitung eines Parkplatzes.

„Wir haben am 3. Juli einen Aachener Rechtsanwalt mit der Analyse der Verfahrensmängel beauftragt und natürlich auch mit einer Risikobewertung beziehungsweise den Erfolgsaussichten“, so Köhler. „Nach erster Einschätzung gehen wir mit der Klage bis Münster ein privates Kostenrisiko von bis zu 10000 Euro ein, und das muss dann doch überlegt sein.“ Bekäme die BI recht, müsste die Stadt Würselen die Kosten tragen. „Wir sind eigentlich zuversichtlich, das die Stadt ein derartig miserables Planungsverfahren, verkürzt und beschleunigt, nicht hätte durchführen dürfen“, meint Köhler.

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