Ingo Klein ist neuer TPH-Geschäftsführer

Von: Beatrix Oprée
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Freut sich auf seinen neuen Tätigkeitsbereich: Ingo Klein war auch als Wirtschaftsförderer schon eine Weile im TPH ansässig. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Dieser Wechsel kam plötzlich: Mit Jahresbeginn hat der bisherige Wirtschaftsförderer im Rathaus, Diplom-Verwaltungswirt Ingo Klein (39), die Nachfolge von Axel Friese (59) als Geschäftsführer des Technologieparks Herzogenrath (TPH) angetreten. Letzterer war eigenen Angaben nach erst seit Spätherbst informiert.

Der Hintergrund dieser Personalie ist steuerrechtlicher Natur, wie Bürgermeister Christoph von den Driesch, auch Vorsitzender der TPH-Gesellschafterversammlung, auf Nachfrage erläutert. Die Stadt Herzogenrath ist Mehrheitseignerin des Technologieparks. Sowohl dem Wirtschaftsprüfer des TPH als auch der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Stadt sei jetzt aufgefallen, dass es aufgrund einer geänderten Gesetzgebung „ein Problem sein könnte, wenn ein von der Stadt unabhängiger Geschäftsführer im TPH tätig ist“. Stadt und TPH müssen eine organschaftliche Verbindung bilden, um steuerrechtlich keine Nachteile zu haben. Der Geschäftsführer des TPH müsse deswegen zwangsläufig Angestellter der Stadt sein, „am besten sogar Beamter“ – um die geforderte Weisungsbefugnis des Bürgermeisters zu gewährleisten.

Bei dem aus der freien Wirtschaft stammenden bisherigen Geschäftsführer sei dies nicht der Fall gewesen, er habe vielmehr völlig autonom handeln können, wie von den Driesch erläutert: „Es kann nicht sein, dass sich die TPH GmbH von der Stadt entkoppelt. Der TPH muss immer ein wichtiger Wirtschaftsförderungs-Baustein Herzogenraths bleiben.“

Axel Friese war im Mai 2010 aus einer „intensiven Bewerberrunde“ als „Sieger“ hervorgegangen, wie sich von den Driesch seinerzeit ausdrückte. Das steuerrechtliche Problem sei damals noch nicht erkennbar gewesen, versichert der Bürgermeister. Einstimmig war deswegen nun der städtische Wirtschaftsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung dem Beschlussvorschlag gefolgt, Ingo Klein zum TPH-Geschäftsführer mit Einzelvertretungsbefugnis zu ernennen. Axel Friese sollte im Gegenzug nur noch Gesamtvertretungsbefugnis besitzen. Die im Folgenden tagende Gesellschafterversammlung votierte schließlich dafür, den im Frühjahr nach fünf Jahren auslaufenden Zeitvertrag Frieses nicht zu verlängern.

Der Bürgermeister spricht dem scheidenden Geschäftsführer, der „Opfer einer steuerrechtlichen Angelegenheit“ sei und bis zum 30. April Ingo Klein noch beratend zur Seite stehen werde, seinen Dank aus.

Durch den Wechsel Kleins verliere die Stadt einen Wirtschaftsförderer, „aber dieses Opfer nehmen wir gerne an, um den TPH gut zu führen“. Klein werde die Wirtschaftsförderung „ein Stück weit“ mitnehmen. Über eine Neubesetzung des vakanten Postens werde ab Mai nachgedacht, sobald mit Ausscheiden Frieses die TPH-GmbH der Stadt das Geschäftsführergehalt für Klein erstatte. Allerdings hat dann auch die Kommunalaufsicht ein Wort mitzureden, da es sich bei Wirtschaftsförderung um eine freiwillige Aufgabe handelt.

Klein tritt an, um die „bewährten Strukturen“ des TPH zu erhalten, eines der wenigen Technologiezentren mit sehr guter Auslastung, wie von den Driesch betont. Was neben der räumlichen Flexibilität auch an Investitionen in gute technische Standards liege. Axel Friese bilanziert seinerseits, 22 neue Firmen angesiedelt zu haben mit Mieterlösen „in Rekordhöhe“.

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