Herzogenrath - Ingo Appelt heizt Publikum in Herzogenrath ein

Ingo Appelt heizt Publikum in Herzogenrath ein

Von: mabie
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Hochstimmung: Ganz wie in einer Gospelmesse sprangen die Zuschauer auf Geheiß des Comedy-Meisters auf und lobten im Schatten der Burg Rode seine Künste. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Schnelle Gedanken, eine Abfuhr an die Langsamkeit und ein Charme, der trotz ausgesprochen deutlicher Wortwahl jeden packt: Das ist ein Abend mit Comedian Ingo Appelt. Dass er nach einem Vierteljahrhundert auf deutschen Bühnen noch lange nicht müde oder satt ist, zeigte auf beeindruckende Art und Weise sein Gastspiel beim Burgsommer in Herzogenrath.

Und warum das jüngste Produkt seiner vielfältigen Gedankenströme auf den Titel „Frauen sind Göttinnen“ hört, wurde nicht nur den Männern im Publikum schnell bewusst. Stichwort Publikum: Auch wenn der Ingo sagte, dass es „heute Abend nicht so voll ist“, im Schatten der Burg, waren die Ränge doch gut gefüllt. Und das in einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis, das für den leicht bärtigen Analysten der deutschen Kultur aber kein Wunder ist. „In anderen Ländern kommen fast nur Typen zum Kabarett, saufen sich einen und grölen über die Witze“, weiß er.

In Deutschland hingegen sei der Besuch des Kabaretts eine Sache, die natürlich von der Frau mitentschieden gehöre und somit meist zum Pärchenbesuch werde. Das fand Ingo aber eigentlich nicht so schlecht, denn schließlich seien – und da trat selbst der selbst ernannte Größenwahnsinnige Appelt zurück – Frauen ja auch die besseren Menschen. Vielleicht, so beschrieb er wort- und gestenreich, sei das Leben durch die Frau einen entscheidenden Schritt komplizierter geworden, aber eben auch moralischer.

Den besten Beweis für sein Denken, dass ihn vielleicht nicht gleich zum geläuterten Comedy-Rüpel macht, sondern eher zum denkenden Mann, war das Eingangslied „Die Frau“.

Ingo Appelt stürmte von hinten bis ganz an den Bühnenrand, wollte von den Gästen gleich eine Begrüßung nach amerikanischer Predigermanier und den Worten „Appelt, du geile Sau!“ Das wurde aber nichts, er musste erstmal die Besucher lockermachen. Also spulte der Comedian einfach zurück auf Anfang, war als sein eigener Einpeitscher grandios und sorgte so für Stand-Up-Comedy im Wortsinn, denn die Leute sprangen auf, tanzten und klatschten, wie es bei einem munteren Gospelgottesdienst kaum besser sein könnte.

Derart gelöst, ließen sich die Gedankensprünge des Mannes, der ganz in Weiß für sein gelobtes Programm wirbt, aber rabenschwärzer als alle dunkelsten Gedanken formulieren kann, leichter nachverfolgen. So erläuterte er, warum Männer sich heutzutage weinerlich geben, statt mit der Keule in der Hand die Frau der Wahl in die nächste Höhle zu locken.

Auch wusste er die Lösung des Rätsels, warum im Fernsehen eigentlich nur noch Männer kochen. Der erklärte Atheist klärte zudem auf, warum der deutsche Papst abgetreten ist: „Deutsche wollen eben etwas von ihrer Rente haben“, konstatierte Appelt und hatte die Lacher im begeisterten Publikum auf seiner Seite.

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