Informationsabend: Mit Inkontinenz muss sich niemand abfinden

Von: eik
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Fachärzte des Würselener MZ bilden einen Verbund gegen das Krankheitsbild „Inkontinenz“. Vorne von links Dr. med. Silvia Siegert, Dr. med. Anjali Scholten, Dr. med. Brigitte Baumann. Hinten von links: Prof. Dr. med. Ziya Akcetin, Prof. Dr. med. Christian Karl, Prof. Dr. med. Christoph Kosinkski, Dr. med. Oliver Franz. Foto: eik

Würselen/Alsdorf. Sieben Ärzte, sieben Meinungen? Nein. Sieben Profis der Wissenschaft und der Lehre sind als Mediziner in einer Sache geeint. Im Kampf gegen die Inkontinenz wird interdisziplinär, also übergreifend, gearbeitet. Vereint sind sie im zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Medizinischen Zentrums (MZ) Würselen.

Um das Thema “Funktionsstörungen um Blase, Darm und Beckenboden interdisziplinär betrachtet“ drehte sich der Informationsabend des Medizinischen Zentrums der Städteregion Aachen in der Alsdorfer Stadthalle. Die Veranstaltung fand auch im Rahmen der Internationalen World Continence Week in Deutschland statt. Sie wird von der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft initiiert.

Die Zahl der Erkrankten an Inkontinenz ist bedenklich. Genannt wurden neun Millionen Betroffene. So zählt die Inkontinenz (zum Beispiel Blasenschwäche) längst zu den Volkskrankheiten. Aber auch zu den Tabuthemen gehört diese verbreitete Krankheit. „Manche Menschen möchten darüber gar nicht reden, auch nicht mit ihrem Arzt“, gab Moderator Professor Dr. med. Ziya Akcetin zu bedenken.

Prof. Akcetin wurde in der Moderation von seinem Kollegen Prof. Dr. med. Christian Karl, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, unterstützt. Fünf Kurzvorträge gingen den Gesprächen – die fast überwiegend in intimer Atmosphäre gehalten wurden – voraus.

„Müssen, halten, laufen lassen. Blasenfunktionsstörungen aus der Sicht des Urologen“, lautete das Thema von Dr. med. Brigitte Baumann. Sie ist Funktionsoberärztin der Klinik für Urologie und Kinderurologie am MZ.

„Beckenbodensenkungen der Frau“, nahm die Leitende Oberärztin der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. med. Sylvia Siegert ins Visier. Dr.med. Anjali Scholten referierte als Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasiv-Chirurgin über „Stuhlinkontinenz – Mittel- und Wege aus proktologischer Sicht“. „Mobilität und Inkontinenz im Alter“ überschrieb Chefarzt Dr. med. Oliver Franz, Leiter der Klinik für Geriatrie, Neurogeriatrie und geriatrische Rehabilitation, seinen Fachvortrag.

Das fünfte Referat, „Was hat der Neurologe mit Inkontinenz zu tun“, steuerte der Chef der Fachklinik für Neurologie, Prof. Dr. med. Christoph Kosinski bei. Über die Hälfte der betroffenen Deutschen findet sich mit der Inkontinenz ab. Sie sei bei Frauen nach der Geburt „eben normal“ oder „gehöre halt zum Älterwerden“ dazu. Dabei unterlegte das Fachärzteteam ganz deutlich, dass „die Inkontinenz in den meisten Fällen linderbar und oft sogar heilbar ist“. Abfinden muss sich mit dem Problem heute niemand mehr.

Voraussetzung dafür: Die Betroffenen müssen sich einem Arzt anvertrauen und offen über das Problem sprechen. Das Angebot nahmen dann auch einige der Teilnehmer an.

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