Info-Plattform in Sachen Gesundheit

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
8005729.jpg
Einmaliges Projekt: Wolfgang Joussen, Anahid Yousseni, Bernhard Döveling, Karin Reisiger, Marianne Huppenbauer, Peter Brendel, Pia Okon, Michael Mommer, Leo Jansen, Claudia Liepertz und Annette Groneberg (v.l.) stellten die Informationsplattform Xenos-Zirkel-Zentrum des DRK-Kreisverbandes Aachen vor. Foto: Bienwald

Nordkreis. Beispiele, warum es sich lohnt, besondere Angebote auf interkulturellem Gebiet zu sammeln, kennt Bernd Döveling zur Genüge. Der Leiter der Abteilung Soziale Dienste vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Städteregion Aachen weiß genau, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich aus vielen Gründen auch für den Gesundheitssektor interessieren.

„Es sollen Brücken geschlagen werden zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Wurzeln“, sagt Döveling. Darum wurde dem bereits seit zweieinhalb Jahren laufenden Projekt „Xenos-Zirqel“ nun das digitale Informationsportal Xenos-Zirkel-Zentrum zur Seite gestellt.

Ab 1. Juli können sich Menschen, die sich für Pflege und Gesundheit auch in so genannten kultursensiblen Bereichen interessieren, unter der Adresse www.xenos-zirqel-zentrum.de informieren und engagieren. Das können zum einen Patienten oder Angehörige sein, die eine Fachkraft suchen, die beispielsweise die Sprache des zu Pflegenden oder seinen religiösen Hintergrund kennen. „Die Menschen mit Migrationshintergrund können dort sehr spezifische Fragen stellen“, fasst Döveling zusammen.

Der DRK-Kreisverband stemmt die Aufgabe, eine offene Datenbank für Suchende und Anbieter zu stellen, aber nicht alleine. Mit im Boot ist auch die „low-tec“ gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, deren Geschäftsführer Peter Brendel die neue Informationsplattform als Möglichkeit vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund sieht, in den Pflegesektor einzusteigen. „Wir können damit die Pflege- und Gesundheitsbereiche aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten“, weiß Brendel.

Wie das geht, demonstrierte Marianne Huppenbauer vom DRK. Sie stellte die Internetseiten vor, zeigte öffentlich zugängliche Bereiche, Abteilungen nur für Einrichtungen, Dienstleister oder auch Ärzte und Seiten, auf denen sich nur registrierte Nutzer tummeln können. Allen gemein ist, dass gezielte Informationen, beispielsweise für Fachkräfte mit ausländischem Berufsabschluss, Dienstleistungsangebote oder eine Jobbörse fein heruntergebrochen abrufbar sind.

„Wir können so beispielsweise einem Interessenten die Möglichkeit geben, eine Einrichtung für Senioren zu finden, die beispielsweise spezifische Sprachkenntnisse, Ernährungs- oder Bekleidungsvorschriften beachtet“, sagt Huppenbauer. Umgekehrt kann eine Einrichtung über die Seite im Netz aber auch gezielt nach Mitarbeitern suchen, die eben jene gewünschten Kriterien erfüllen.

Bei einer vom wissenschaftlichen Berater und Soziologen Wolfgang Joussen geschätzten Zahl von mehr als 20 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, die in unserer Region leben, kann eine besondere Qualifikation in puncto Sprache oder religiösem Verständnis schon den Ausschlag geben. Dazu kommt, dass nicht nur nach Ansicht von Bernhard Döveling die drohende Deckungslücke mit qualifizierten Mitarbeitern im Pflegebereich nicht alleine dadurch gedeckt werden kann, dass Pflegekräfte aus anderen Ländern kommen.

Die Finanzierung sichern

So bietet das bundesweit einmalige, von EU und Bund geförderte Projekt, an dem auch das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Aachen-Land und die Stadt beteiligt sind, eine Möglichkeit, sich schnell und umfassend über interkulturelle Kompetenzen im Gesundheitssektor zu informieren. Allerdings läuft die offizielle Förderung des Projekts Ende dieses Jahres aus.

Doch die Träger sind sicher, dass die Datenbank nicht verkümmert, sondern weiterhin finanziert und aktualisiert werden kann. „Es wäre jammerschade, wenn die Datenbank mit Ende der Förderung sterben würde“, schließt Döveling. Gesamtprojektleiterin Annette Groneberg sieht gute Chancen, Xenos-Zirkel-Zentrum als die Info-Plattform dauerhaft zu etablieren. „Wir haben bisher mit mehr als 4000 Teilnehmern gearbeitet, und das immer mit dem Ziel, nachhaltig zu arbeiten“, betont sie.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert