Alsdorf - Industriegewerkschaft: Bezirkssekretär gibt sich kämpferisch

Industriegewerkschaft: Bezirkssekretär gibt sich kämpferisch

Von: mabie
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Starke Worte: IGBCE-Bezirkssekretär Jörg Erkens fand sie im Alsdorfer Burgpark. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Dass es seine Premiere als Festredner war, merkte man Bezirkssekretär Jörg Erkens bei der Kundgebung im Alsdorfer Burgpark nun wirklich nicht an. Er sprang als Redner für den gesundheitlich verhinderten Bezirksleiter Manfred Maresch von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ein. Und vor rund 300 Zuhörern ging Erkens gleich in die Vollen.

Er blickte in die Geschichtsbücher, wo die Gewerkschaften dafür eingestanden haben, dass Samstage keine Arbeitstage sind und der Acht-Stunden-Tag steht. „Wir haben in langen, harten Verhandlungen Urlaubs- und Krankengeld, Arbeitslosengeld und Unfallschutz eingeführt und weiterverfolgt“, sagte er. Auch beim Streikrecht seien es die Gewerkschaften gewesen, die Vorreiter waren. „Selbst wenn der ein oder andere Streik vielleicht für den ein oder anderen ein wenig unbequem geworden ist, werden wir auch in Zukunft dieses Recht verfolgen“, sicherte Erkens unter dem Beifall der Gäste zu.

Kein Pardon hatte er allerdings für die Gleichung, dass Erwerbsunfähigkeit Armut bedeutet, die in Deutschland immer öfter an der Tagesordnung sei. Auch die Rente mit 63, die nach 45 Versicherungsjahren nun möglich ist, sah er keinesfalls als ein Geschenk für die Beschäftigten an. „Sie ist eine Belohnung für das, was wir uns ein Leben lang erarbeitet haben“, betonte Erkens. Beim Facharbeitermangel verwies der Redner auf flexible Übergänge in die Rente, die es Betrieben ermöglichten, mit erfahrenen Arbeitnehmern, die langsam auf die Rente zuarbeiten, ihren Bedarf an gut ausgebildeten Fachleuten zu decken.

„Die meisten Manager hingegen haben ihr Leben darauf ausgerichtet, mit 60 in Rente zu gehen, das nenne ich Frühverrentung“, schloss Erkens. Weiteres Thema: Beim Mindestlohngesetz seien all die Dinge, die von Zweiflern und Gegnern gleichermaßen propagiert worden seien, nicht wahr geworden. „Wir brauchen gutes Geld für gute Arbeit“, schloss Erkens daraus, denn der Kampf gegen Lohndumping und für mehr Mitbestimmung sei ein wichtiger Baustein, der den Mindestlohn flächendeckend überhaupt erst ermöglicht habe. Nicht zuletzt seien es Betriebsräte gewesen, unterstrich Erkens, die dafür gesorgt hätten, dass die Wirtschaftskrise von 2009 überstanden worden sei. „Trotzdem flüchten viele Unternehmen aus Tarifverträgen“, bemängelte er. Für Bundesfinanzminister Schäuble, der sich sehr für die schwarze Null begeistert, hatte der Gewerkschafter kaum Gutes übrig. „Genau wegen dieser schwarzen Null haben wir die Mangelverwaltung!“

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