Individuelles Musik-Erlebnis: Orgelkonzert beeindruckt in Siersdorf

Von: bm
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Ein ausgesprochen virtuoser Organist: Hubert Hoffmann an der Orgel in der Siersdorfer Kirche St. Johannes. Foto: Kròl

Aldenhoven. Es ist ein sonnenreicher und unverhofft warmer Sonntagnachmittag. Das sieht nicht nach dem idealen Wetter für ein Orgelkonzert aus. Und so findet sich in der Kirche St. Johannes Siersdorf nur ein gutes Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörer ein, als ein ausgesprochen virtuoser Organist zum Konzert bittet: Hubert Hoffmann, 73-jähriger Kantor aus Herzogenrath, hat ein interessantes Programm zusammengestellt – für dieses „Privatkonzert“, das für die wenigen, die hier sind, zu einem individuellen Musik-Erlebnis wird.

Hubert Hoffmann hat die Stahlhut-Orgel in höchster Sorgfalt registriert, er transferiert die Stärken dieses Instruments in die Dynamik seines souveränen Vortrags. Die Ordenskirche, die über einen seltenen Lettnerbogen vor sehenswertem flandrischem Schnitzalter (Antwerpener Schule) aus dem Jahr 1520 verfügt, bildet den würdigen Rahmen für die hohe Orgelkunst.

Hoffmann beginnt mit dem G-Dur-Orgelkonzert (BWV 592) von Johann Sebastian Bach. Es basiert auf einer Instrumentalkomposition des Weimarer Prinzen Johann Ernst, die Bach während seines Weimarer Aufenthaltes für Orgel übertragen hat. Von Bach geht es rasant über mehr als zwei Jahrhunderte weiter zu Louis Vierne. Hoffmann setzt mit drei Improvisationen des legendären Pariser Notre-Dame-Organisten typische Akzente französischer Orgelmusik mit zwei sinfonischen Märschen und – dazwischen – einem fast melancholischen Andantino. Viernes Schüler Maurice Duruflé zeichnete diese Improvisationen mit einem Phonographen auf und schrieb sie dann nach Gehör nieder.

Wir hören dann drei Choralvorspiele von Max Reger, einem Komponisten, dessen Bearbeitung von Lutherchorälen schön ins aktuelle Luther-Jahr passt. Gordon Young, von dem nun drei Werke folgen, ist ein amerikanischer Komponist und Organist des 20. Jahrhunderts und gewiss angehaucht vom spätromantischen Stil. Über 800 Werke hat er komponiert, nicht alle sind herausragend, aber auf jeden Fall ist es seine virtuose Toccata „Ein feste Burg“. Gut, dass sie zum Programm gehört!

Glanzvoll gerät das Finale mit der bekannten Toccata G-Dur von Théodore Dubois. Hoffmann nennt sie zu Recht ein „Virtuosenstück par excellence“. Eine Herausforderung, die der Organist in müheloser Perfektion meistert.

Am Ende: Beifall der Wenigen und Freude über so viel schöne Musik!

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