Alsdorf - „Individuelle Förderung bleibt A und O”

„Individuelle Förderung bleibt A und O”

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Individuelle Förderung: Auf d
Individuelle Förderung: Auf die setzen der scheidende Gesamtschulleiter Volker Klüppel (l.) und sein Nachfolger Martin May. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Der Gedanke, einer studentischen Verbindung beizutreten, war Volker Klüppel während des Studiums nie gekommen. Der lag ihm richtig fern. „Ich hasste schon immer alles, was mit Uniformen zu tun hat”, sagt der Schulleiter der Alsdorfer Gesamtschule.

Was er hingegen liebt und stärken möchte, ist das Individuelle, das Persönliche. „Wir versuchen hier an jedem Tag jeden Schüler nach seinen Möglichkeiten zu fördern”, sagt der 1947 im hessischen Homberg Geborene. Keine leichte Aufgabe bei gut 1300 Schülern und 115 Lehrern. Da wird der Schulleiter schnell zum Manager. „Schulen sind heutzutage große Unternehmen, ganz klar.” Am Mittwoch, 4. Juli, wird der „Chef” von seinem Team feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Neues entwickeln

Im August 1989 ist die Gesamtschule Am Klött unter seiner Leitung gestartet. „Für mich war das eine tolle Chance, gemeinsam etwas ganz Neues zu entwickeln und zu schauen, wo es interessante Strömungen gibt”, erinnert er sich an den Beginn.

Jahr für Jahr kam ein weiterer Jahrgang, kamen neue Lehrer hinzu. Die Schule wuchs kräftig, heute ist sie sechszügig ausgebaut. Selbst angesichts solch gewaltiger Größe ist Klüppel nach wie vor vom Konzept der Gesamtschule überzeugt: „Hier kann jeder den für ihn optimal passenden Abschluss erreichen. Das kann das Abitur sein - oder auch der Hauptschulabschluss.”

Frei von Wehmut

Eigentlich sei er ja niemand, der an einem Posten festklebe. „Es wäre gar nicht schlecht, wenn nach acht Jahren in dieser Position immer wieder mal Bewegung reinkommt”, sagt er.

Dass es in seinem Fall nun bald 23 Jahre geworden seien, habe dennoch nicht zum Stillstand geführt. „So eine große Schule kann nur funktionieren, wenn das Kollegium hinter der Sache steht und vieles selbstständig bewegt. Als Schulleiter will und kann man nicht ständig alles kontrollieren.” Eine engagierte Schülervertretung, Jahrgangsteams, Lehrerrat, Elterngremien - ein Netzwerk sorge dafür, dass immer wieder Impulse gesetzt werden.

Ob angesichts des nahenden Abschieds Wehmut aufkommt? „Nein”, sagt Volker Klüppel, „ich freue mich auf den Ruhestand. Die Arbeit mit Schülern und Lehrern hat mir immer viel Spaß gemacht - aber die Bürokratie kann auch mal belastend sein.”

Renovierungsarbeiten am Eigenheim, Touren mit dem Wohnwagen - darauf freut sich der verheiratete Vater zweier erwachsener Söhne jetzt.

Vision 2020

Sein Nachfolger wird der bisherige Didaktische Leiter der Schule werden, Martin May. Auch der weiß aus Erfahrung, „dass Stillstand ein schlechter Zustand ist. Schule muss sich intensiv bewegen.” Er hat einen Plan in der Tasche, einen Masterplan sogar. „Vision 2020” ist er überschrieben. Den Übergang von Schule zum Beruf wolle er noch mehr in den Blick nehmen. „Ab dem siebten Jahrgang sind Orientierungstage sinnvoll”, sagt May. Auch die Kultur - schon jetzt ein wichtiger Baustein im Schulleben - soll nach vorn gebracht werden, Ziel ist das Gütesiegel „Kulturschule”.

In NRW ist die Gesamtschule eine von 24 mit einem so genannten Kulturagenten, der kreative Prozesse der Schüler und Präsentationen vernetzt. „Es gibt immer was zu tun”. Es passt zum Motto: Stets in Bewegung bleiben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert