In Würselen werden jetzt die Eltern befragt

Von: Georg Pinzek
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Auch Schülerlotse genannt: Würselen will neue Wege in der Schulpolitik Foto: Georg Pinzek

Würselen. Zum Schluss der langen Debatte spiegelte das einstimmige Votum des Bildungsausschusses wider, was die Bildungspolitik in Würselen - wie die Vorsitzende Doris Harst betonte - ohnehin seit Jahren prägt: das Bemühen um einen Konsens mit Blick auf das Optimum für den Schulstandort. Sinkende Anmeldezahlen machen auch die Hauptschule in Würselen zum Auslaufmodell.

Ob das Schulangebot in der Stadt in der Konsequenz um eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule erweitert wird, das soll eine Elternbefragung kurz nach den Herbstferien klären. Den Fragebögen für Eltern der Grundschüler und Vorschulkinder nach Bedarf und Bedürfnissen wird eine Erläuterung über die unterschiedlichen Schulformen beigelegt.

Zudem sollen in Bardenberg, Würselen-Mitte und Broichweiden Informationsveranstaltungen stattfinden. Ausgehend von den aktuellen Schülerzahlen der Grundschulen werden über 1500 Eltern nach ihrem Schulwahlverhalten im Übergang zur Sekundarstufe I befragt. Mit den Ergebnissen wird sich der Bildungsausschuss am 20. Dezember beschäftigen.

Die SPD-Sprecher Andreas Dumke und Christoph Küppers monierten, dass die Jamaika-Kooperation beim notwendigen Umbau der Schullandschaft wertvolle Zeit habe verstreichen lassen. Dumke warf der Mehrheit vor: „Sie hätten schon vor drei Monaten unserem Antrag auf Elternbefragung zustimmen sollen.” Und Küppers mit dem Verweis auf den geplanten neuen Gesamtschulstandort Kohlscheid: „Würselen hat stets großen Wert auf ein gutes Schulangebot gelegt. Zurzeit setzen Nachbarstädte zum Überholen an.”

Karl-Jürgen Schmitz (CDU) reklamierte hingegen für das Jamaika-Bündnis, dass es vor dem Schulkonsens in Düsseldorf zwischen Rot-Grün und Union keinen Sinn gemacht hätte, Eltern zu befragen, wie von der SPD seinerzeit gefordert: „Heute sehr wohl.” Barbara Breuer (FDP): „Wir waren auch im Mai nicht gegen eine Elternbefragung. Uns war und ist es wichtig, dass Eltern informiert werden, bevor wir ein Votum von ihnen verlangen.

Auch Karl-Jürgen Schmitz sprach sich nun für eine zügiges Verfahren aus. Eine Information unter Beteiligung des Bildungsausschusses oder gar unter der Moderation der Ausschussvorsitzenden erteilte er eine Absage: „Das ist Sache der Verwaltung. Hier sollte sich die Politik zurücknehmen, damit sich Eltern unbeeinflusst eine Meinung bilden können.”

Im Namen der UWG hielt Hans Beckers an der Einrichtung eines Runden Tischs fest, der sollte klären, welches Schulangebot sich die Stadt überhaupt leisten könne: „Nicht alles, was sich Eltern wünschen, kann realisiert werden. Ich kann mir bei unsern Finanzproblemen nicht vorstellen, dass wir eine vollausgestattete Gesamtschule in Würselen errichten können.” Dem hielten die Sozialdemokraten entgegen, dass auch für einen Gesamtschul-Ganztagsbetrieb drei- bis viermal so hohe Schlüsselzuweisungen pro Schüler fließen würden.

Rund 300 bis 360 Würselener Schüler wechseln in den kommenden Jahren jeweils nach den Sommerferien auf weiterführende Schulen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Schuljahre, so informierte die Verwaltung den Ausschuss, pendelten jährlich zwischen 90 und 100 Schüler an weiterführende Schulen in den Nachbarkommunen aus. Weiter heißt es: „Dies entspricht einer Auspendlerquote von durchschnittlich 25 Prozent, die sich unterschiedlich auf die einzelnen Schulformen verteilt.

Die Gesamtschüler stellen sowohl absolut als auch anteilig die deutlich größte Gruppe unter den Auspendlern dar. Die Auspendlerquote der Gesamtschüler ist identisch mit der Übergangsquote. Landesweit wechselten im Schuljahr 2010/ 2011 19 Prozent der Übergänger in die Sekundarstufe I auf eine Gesamtschule.

In der Städteregion liegt die Quote 2010/ 2011 bei 20,2 Prozent. Die weitaus meisten Gesamtschüler besuchen die Europaschule in Herzogenrath, gefolgt von den Städten Alsdorf und Aachen zu etwa gleichen Anteilen. Die Übergangsquote zur Gesamtschule ist wesentlich durch die in den Nachbarkommunen zur Verfügung stehende Kapazität beeinflusst. Sowohl in Herzogenrath als auch in der Stadt Aachen übersteigen die Anmeldezahlen die Aufnahmekapazität deutlich. Die absolute Zahl der Ablehnungen ist in den vergangenen drei Schuljahren erheblich gestiegen.”
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