In St. Marien erklingt Musik zur Passion

Von: Christoph Hahn
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Eindrucksvoll: In der Pfarre St. Gertrud gab es als besonderes musikalisches Angebot zur Fastenzeit ein Passionskonzert in der Marienkirche mit der Männergruppe „Capella a capella“ aus Aachen. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Ihr Name ist Programm: „Capella a capella“ heißt die Aachener Formation, deren Mitglieder sich ausschließlich dem Gesang von Männerstimmen ohne begleitende Instrumente widmen. In der Herzogenrather Kirche St. Marien gestalteten die Interpreten jetzt ein Konzert mit „Musik zur Passion“.

Das Konzert war dem Andenken des 2006 verstorbenen ehemaligen Domkapellmeisters und Ensemblegründers Hans Josef Roth gewidmet.

Wiewohl dieses kulturelle Ereignis der Tradition der Gäste aus der Kaiserstadt gemäß („Capella a capella“ tritt traditionell immer wieder in der Fastenzeit auf) Gesang, Gesang und nichts als Gesang bot, erklang auch die Orgel der Marienkirche: Kantor Ernst Matthias Simons aus Jülich begleitete zwar nicht die Künstler, die zu Beginn ihres Gastspiels feierlich durch das Hauptschiff des Gotteshauses in den Altarraum einzogen, führte aber immer durch Improvisationen zu den Werken größtenteils aus Renaissance, Klassik und Barock hin oder ließ diese nachklingen.

Damit dienten der Kantor und seine Mitstreiter zugleich einem guten Zweck: Auf eine Gage hatten der Kirchenmusiker und die Sänger verzichtet.

Stattdessen gab es eine Türkollekte für die Rettung der nahen Pfarrkirche St. Gertrud, in der plötzlich auftretende Feuchtigkeit für Sanierungsbedarf sorgte.

Dafür dankte auch Pfarrer Dr. Guido Rodheudt in seiner Begrüßungsansprache den Vokalisten. Zudem stellte der Priester das Kulturereignis auch in den liturgischen Kontext der Fastenzeit und bezeichnete es als „Hinführung zum Leidensopfer Jesu Christ“. Vor allem aber stellte Rodheudt eines in den Vordergrund und sagte stellvertretend auch für die Klassikfreunde aus Herzogenrath und Umgebung: „Ich bin froh und dankbar, dass wir Sie heute bei uns haben dürfen.“ Das Programm, das unter anderem Werke von Mendelssohn, Bach, Mozart, da Palestrina und da Victoria bot, zeichnete sich durch hohe Qualität der Gestaltung und innere Stimmigkeit aus.

Es führte in seinem Verlauf die Zuhörer immer näher zur musikalischen Betrachtung des Kreuzestodes Jesu hin. Den Ausklang bildeten das von Hans Josef Roth arrangierte Spiritual „Were you there“ und Bachs „Wenn ich einmal soll scheiden“. Frömmigkeit, Schönheitssinn und klingendes Gefühl – ganzheitlicher geht es wohl kaum, zumal in so relativ kurzer Zeit.

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