In Settericher Kitas werden kurzfristig Plätze geschaffen

Von: Michael Grobusch
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Baesweiler. Am Anfang gab‘s eine technische Panne, am Ende einen mühsam errungenen Kompromiss: Wegen der großen Nachfrage sollen in Setterich kurzfristig zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden. Konkret geht es um jeweils eine Gruppe mit 20 Plätzen für Kinder ab zwei Jahren in den Einrichtungen in der Emil-Mayrisch-Straße und „Am Weiher“.

Nachdem die Abstimmung zunächst zu platzen drohte, weil die elektronische Verwaltungsvorlage nicht verschickt worden war, einigte sich der städteregionale Kinder- und Jugendhilfeausschuss letztlich doch noch einstimmig auf diesen Beschluss.

„Wir brauchen eine Lösung, die möglichst schnell greift“, hatte zuvor Adolf Mainz gefordert. Der Leiter des städteregionalen Jugendamtes, das für die Stadt Baesweiler zuständig ist, bezog sich dabei auf aktuelle Zahlen. Demnach stehen den derzeit drei freien Plätzen für Kinder ab drei Jahren in Setterich zwölf Anmeldungen für den U3- und sogar 20 für den Ü3-Bereich gegenüber.

Unterschiedliche Ansichten

Das muss sich ändern, war man sich im Ausschuss einig. Über das „Wie“ aber gab es durchaus unterschiedliche Ansichten. Vor allem die SPD tat sich schwer, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Dieser sah Buchungszeiten von lediglich 25 Stunden pro Woche vor.

„Das ist eine Zeit, die man heute eigentlich gar nicht mehr anbietet“, winkte Nicole Weiden-Luffy ab und erklärte: „Dem werden wir nicht zustimmen.“ Angesichts der Tatsache, dass der Mehrbedarf überwiegend auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen sei, müsse eine ganztägige Betreuung zur schnellen Integration der Kinder gewährleistet werden, forderte die SPD-Sprecherin.

Das aber habe die Konsequenz, dass die Mehrzweckräume, in denen die neuen Gruppen vorübergehend untergebracht werden sollen, gar nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung stünden, erwiderte Peter Timmermanns (CDU) und warnte: „Wir haben ein sehr sensibles Stimmungsbild zu diesem Thema und sollten eine Diskussion, wie sie sich in Roetgen entwickelt hat, vermeiden.“

Im Frühjahr hatten dort Eltern der Kita „Wackelzahn“ Unterschriften gegen die zwischenzeitliche Umwandlung des Mehrzweckraumes gesammelt und die Befürchtung geäußert, dass es zu „massiven Einschränkungen, die zu Lasten der qualitativen Betreuung gehen“, kommen könnte.

Nicht nachvollziehbar

Für Nicole Weiden-Luffy ist das nicht nachvollziehbar. „Bewegungsangebote kann man auch draußen organisieren. Es muss den Eltern doch beizubringen sein, dass die Integration von Flüchtlingskindern wichtiger ist und der Mehrzweckraum deshalb vorübergehend nicht zur Verfügung steht.“

Der Durchbruch in der verfahrenen Debatte wurde schließlich in einer Sitzungspause erzielt. In dieser verständigten sich CDU und SPD auf einen Kompromiss, der nun von allen getragen wird: Bei der Bezirksregierung soll umgehend die Genehmigung für die beiden 25-Stunden-Gruppen eingeholt werden – allerdings mit der Option, dass das Angebot auf bis zu 45 Stunden ausgeweitet wird, falls die Eltern bei der Anmeldung einen entsprechenden Bedarf reklamieren.

Diese Regelung wird bis zum Sommer 2017 gelten. Bereits in der nächsten Ausschusssitzung am 15. März soll die Verwaltung Vorschläge unterbreiten, wie dem Bedarf in Setterich, der nach ihrer Einschätzung aufgrund mehrerer Baugebiete im Stadtgebiet noch weiter steigen dürfte, dauerhaft entsprochen werden kann.

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