In Roda werden Kinder mit neuem System ans Wasser gewöhnt

Von: Stefan Schaum
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Hui, wie das spritzt! Die Kleinen, die sich am Beckenrand festhalten, strampeln kräftig mit den Beinchen, damit das Wasser ganz doll emporschießt. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath. Hui, wie das spritzt! Die Kleinen, die sich am Beckenrand festhalten, strampeln kräftig mit den Beinchen, damit das Wasser ganz doll emporschießt. Sie lachen dabei und so soll es sein.

Diese Übung dient schließlich dazu, sie mit dem Wasser vertraut zu machen, in dem sie bald zu Schwimmern werden sollen.

Seit gut drei Jahren setzt der Herzogenrather Schwimmverein im Lehrschwimmbecken der Regenbogenschule und der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule auf das in der Schweiz entwickelte Konzept „Swimstar”, um Nichtschwimmern den Weg ins Becken schmackhaft zu machen. Das funktioniert nicht nach dem Motto: Rein ins Wasser und schön mit den Armen rudern.

„Wir nehmen uns Zeit, die Kinder zunächst mit dem Wasser vertraut zu machen und ihnen das Gefühl zu geben, darin sicher zu sein. Sie sollen wissen, dass das Wasser ihr Freund ist”, sagt Lehrwart Gerd Nottelmann. Gut zehn Stunden braucht dieser Prozess der so genannten „Wasserbewältigung”. Die Zeit, „die in anderen Schwimmkursen bis zum Seepferdchen eingeplant ist”, kritisiert Nottelmann ein aus seiner Sicht überzogenes Tempo.

Spielerisch

Mit dem Brustschwimmen fängt „Swimstar” auch nach der spielerischen Gewöhnungsphase nicht an. „Die Technik ist im Grunde unnatürlich und kommt der kindlichen Bewegung nicht nahe”, sagt Nottelmann. Den Kopf so weit in den Nacken zu nehmen, führe häufig dazu, dass Kinder verkrampfen und Wasser schlucken. Stattdessen geht es in Roda gleich in die bequeme Rückenlage oder zum Kraul-Stil. Ist das geschafft, gibt es auch ein Tiermotiv für die Badehose.

Aber nicht das Seepferdchen, sondern Krebs, Pinguin oder Eisbär. Dennoch kann auch dieser Verein nicht ganz am klassischen Kennzeichnungssystem vorbei. „Wir müssen nach dem zweiten oder dritten Kurs die Seepferdchen-Prüfung ebenfalls anbieten, weil viele Schulen im Sportunterricht Wert darauf legen”, sagt Nottelmann.

Er wird deshalb nicht müde, mit Sportlehrern zu sprechen und für das andere System zu werben, das sich „sehr bewährt” habe. Derzeit sucht der Verein einen Kursleiter und weitere Helfer, die die Schwimmkurse an den Donnerstagen unterstützen. Denn die seien ein Renner. „Die Kurse sind voll”, sagt Nottelmann. Man könnte auch sagen: Der Herzogenrather Verein schwimmt auf einer Erfolgswelle.

Infos online: www.herzogenrather-sv.de
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