In Gummihosen das Becken geschrubbt: Freibad öffnet Pforten

Von: Stefan Schaum
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So macht der Sommer Spaß: Das Merksteiner Freibad wird wieder zum Anlaufpunkt für Schwimmer, Sonnenhungrige und Erfrischungswillige werden - so das Wetter es zulässt.Foto (Archiv): Stefan Schaum

Herzogenrath. Einmal geöffnet heißt: immer geöffnet. Kälte hin, Kälte her. Wenn am Samstag die ersten Badegäste ins Merksteiner Freibad kommen, hat die Saison unwiderruflich begonnen. Und es wird Zeit, das Wetter ist spät dran.

Des Öfteren wurde der Termin verschoben, war das Wasser im Becken einfach zu kalt. Viele helfende Hände hatten bereits Anfang April mit der so genannten Auswinterung begonnen.

„Für uns ist das eine Zeit, auf die sich alle freuen”, sagt Kurt Lindner, Betriebsleiter der städtischen Bäder und Saunen in Roda. Denn die Fachangestellten und Meister für Bäderbetriebe, die während der Sommermonate ihren Dienst im Freien tun, sind ansonsten in den Hallenbädern zugange. „Ende März beginnt die Aufbruchstimmung.” Dann wollen sie frische Luft schnuppern.

Zunächst gab es jedoch viel zu tun, um das Bad überhaupt fit zu machen. Zum Glück hatte der harte Winter kaum Spuren hinterlassen. Nur eine Wasserleitung in einer Behinderten-Umkleidekabine hatte der Frost gesprengt. Ansonsten standen während der vergangenen Wochen all die kleinen und größeren Reparaturen an, die auch in anderen Jahren erledigt sein wollen.

Alle Leitungen, alle Pumpen mussten geprüft und bei Bedarf instandgesetzt werden. Alle Wege wurden kontrolliert und vom Unkraut befreit. Und der dickste Brocken: Das große Becken wurde geputzt. Dazu musste erstmals das alte Wasser raus, das auch im Winter im Becken blieb, damit sich dessen Boden nicht heben konnte. „Zwar gefriert das Wasser”, sagt Lindner, „aber nur oben. Am Beckenboden hat es immer noch um die vier Grad.”

Freiwillige Helfer

Wenn der Wasserspiegel langsam sinkt, müssen die Helfer in Gummihosen ins Becken und schrubben. Zunächst wird alkalisch gereinigt, damit sich Fette am Beckenrand lösen. Und dann noch einmal mit säurehaltigen Mitteln, damit auch die mineralischen Ablagerungen verschwinden. Dabei gehen den vier Hauptberuflern im Bad auch zwei Azubis und freiwillige Helfer der DLRG zur Hand. Gut eine Woche dauert allein diese Prozedur mit viel Handarbeit.

Mit dabei war diesmal auch Sven Kreuzfeld. Der 23-Jährige ist sozusagen eine Baesweiler Leihgabe. Seine Ausbildung absolviert er zwar im dortigen Hallenbad, doch müssen alle angehenden Bäderangestellten auch vier Monate lang in einem Freibad arbeiten. „Die landen dann bei uns”, sagt Lindner. Und lernen dort nicht nur viel neue Technik kennen, sondern ganz andere Arbeitsbedingungen. Womöglich hektischere.

„In einem Freibad gibt es viel weniger Stammgäste, die man kennt”, sagt Kreuzfeld. Und überhaupt etliche Besucher mehr. Bis zu 5000 können es in Merkstein schon mal werden. Lindner: „Das ist dann zwar stressig - aber es ist guter Stress. Und bei gutem Wetter macht das richtig Spaß.” Bei schlechtem kommen ohnehin nur die ganz Harten. „Es gibt ein paar Badegäste, die würden auch im Oktober noch schwimmen”, sagt Lindner, „und wenn sie einen Eispickel mitbringen müssten.”

Noch fehlt die Sonne

Mollig warm ist das Wasser noch lange nicht. Zwar läuft es immer wieder ganz langsam durch die gut 33 Kilometer langen, schwarzen Rohre auf den Gebäuden, doch heizt es sich dabei nicht sehr auf. „Es fehlt momentan einfach die Sonne, und die Nächte sind zu kalt.” Bei knapp sieben Grad lag das Wasser vor ein paar Wochen, in den vergangenen Tagen waren es gut 15 Grad.

Lindner: „Ein, zwei warme Tage, und es geht stramm nach oben!” Noch länger hinauszögern wollte man die Öffnung nicht. Ursprünglich war der 1. Mai anvisiert, dann der 8., der 15. Linder weiß: Ein paar Gäste kommen immer. Selbst im Regen. Solche mauen Tage nutzen die Angestellten, um Fasernfänger zu reinigen und Filter auszutauschen. Zu tun gibt es immer. Selbst wenn es mal wieder kälter wird. Eben: Einmal offen, immer offen...

Bis zum 1. September bleibt das Merksteiner Freibad mindestens geöffnet. Spielt das Wetter mit, kann die Saison bis zum 15. September verlängert werden.

Täglich können Frühschwimmer ab 6.45 Uhr ins Becken. Bis 20 Uhr ist das Bad täglich geöffnet. Einzelkarten kosten für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder, Jugendliche und Studenten 2 Euro. Zehnerkarten kosten 28 Euro (ermäßigt 16 Euro), Saisonkarten 88 Euro (45 Euro).

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