Herzogenrath - In der alten Kaplanei entsteht ein neues Zentrum

In der alten Kaplanei entsteht ein neues Zentrum

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
6825764.jpg
Neue Fassade: Die Alte Kaplanei hat einen Vordereingang erhalten, durch den die Pfarrbücherei zu erreichen ist, die bisher im St.-Katharina-Haus untergebracht war. Der Umzug steht Ende Januar an.

Herzogenrath. In mühseliger Kleinarbeit wurden die alten Tapeten abgekratzt, eine Mauer durchgebrochen, der Schutt weggefahren. Die künftige Küche für den Gemeindesaal stammt aus einem schwedischen Möbelhaus, natürlich in Eigenregie aufzubauen.

Seit Monaten schlüpft ein harter Kern Freiwilliger in bequeme Klamotten, um sich im Rohbau im Sinne der Gemeindemitglieder kostendämpfend nützlich zu machen, indem alle Arbeiten geschultert werden, die nicht von einem Baufachbetrieb ausgeführt werden müssen: Denn während die Designerbadewanne des exilierten Limburger Bischofs die Medienwelt erregt, ist hinter Baugerüsten örtlicher Pfarrgemeinden oftmals das Ehrenamt Trumpf – Beispiel St. Katharina in Kohlscheid. Hier steht ein Umbau vor der Vollendung, der alles andere als Prunksucht, sondern vielmehr die Verschlankung kirchlicher Besitztümer zum Ziel hat. Auch ausgelöst durch KIM: Hinter dem griffigen Kürzel verbirgt sich das Kirchliche Immobilien Management im Bistum Aachen.

Immobilienbestand überprüft

„Wir waren gehalten, unseren Immobilienbestand zu überprüfen“, erklärt Herbert Contzen, Mitglied des Kirchenvorstands der Pfarrei Christus unser Friede, in der St. Katharina sowie St. Barbara, Pannesheide, St. Mariä Verkündigung, Bank, St. Mariä Heimsuchung, Klinkheide und St. Matthias, Berensberg aufgegangen sind. Neu strukturiert wird deswegen der Verwaltungssitz der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) auf dem Markt in Kohlscheid. Das Haus Nummer 7 mit dem charakteristischen Glasbaldachin über dem Eingang wurde verkauft. Eine Computerfirma hat jetzt hier ihre neue Adresse. Im Parterre residiert noch die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB), die in Bälde ins Erdgeschoss des Nachbarhauses Nummer 5, die alte Kaplanei, umzieht, die vom Erlös des Immobilienverkaufs völlig umgebaut wird.

Die Pläne dazu stammen von Kirchenvorstandsmitglied Arnold Dohmen, Architekt im Ruhestand. So wird die KÖB auf 78 Quadratmetern den vorderen Teil der ehemaligen Wohnräume einnehmen, das mittlere der drei Fenster des Hauses ist eigens zu einem Eingang aufgebrochen worden, der im Inneren durch einen Windfang abgegrenzt wird. Glastüren werden in der Mitte des Geschosses einen Flurbereich sowie den Gemeindesaal für die Pfarrgruppen abgrenzen, der durch einen neu angebauten Wintergarten an Größe gewinnt. Vor den Fenstern liegt bereits ein Berg Muttererde – auf der rückwärtigen Freifläche zwischen Wintergarten und dem neuen Lagerraum, unter anderem für Pfarrfest-Utensilien, soll ein kleiner Pfarrgarten entstehen, nett angelegt unter noch zu pflanzenden Platanen. Herz des Ensembles im Parterre von Haus Nummer 5 ist eine Küche, die – durch Rollos variierbar, von allen Seiten zugänglich ist. Durch einen neuen barrierefreien Eingang schräg gegenüber dem entsprechenden Zugang zur Kirche, sind auch die behindertengerechten Toiletten des Hauses zu erreichen. Ein zweiter Zugang führt auf die erste Etage. Hier sind Büroräume für die Gemeinde- und Pastoralreferenten vorgesehen sowie für die Verbundleitung der drei katholischen Kindertagesstätten Kämpchen, Kohlscheid-Mitte und Bank, die in Trägerschaft des Vereins „pro futura“ Aachen liegen.

Im Obergeschoss schließlich entsteht eine Wohnung mit gemütlichen Dachschrägen, „ideal auch für Studenten“, kann sich Herbert Contzen das neue Zusammenleben im Haus schon gut vorstellen. Ende Januar soll die KÖB umziehen. Und für Februar schließlich ist die große Einweihungsparty geplant.

100 Prozent Klimaschutz

Kostendämmung ist in der Pfarre Christus unser Friede auch auf dem Energiesektor angesagt: Im Saal des Jugendheims von St. Katharina erfüllten die in die Jahre gekommenen Deckenlampen seit langem schon weder die beleuchtungstechnischen Anforderungen noch die heutigen Klimaschutz- und Stromverbrauchsstandards, wie Herbert Contzen erläutert. Was lag da also näher, als sich an der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu beteiligen, das Fördermöglichkeiten für Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen bietet. Unter dem Leitbild „100 Prozent Klimaschutz“ sollen bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Der Antrag auf Förderung einer neuen Beleuchtung wurde bewilligt. „Und in Zusammenarbeit mit dem Projektträger beim Forschungszentrum Jülich wurde die Maßnahme vom Kirchenvorstand der Pfarre umgesetzt“, erläutert Contzen. Nun erhellen 23 hochmoderne LED-Lampen den Saal, installiert durch eine Kohlscheider Fachfirma. „Durch die neue Beleuchtung wird der Energieverbrauch von bisher 2835 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) auf 863 kWh/a und der Co2-Wert von 9715 kg/a auf 2972 kg/a gesenkt“, freut sich Contzen ebenso wie die in neues Licht getauchten Nutzer Saals auch über den Zuwendungsbescheid über immerhin 40 Prozent der 13 000 Euro umfassenden Gesamtkosten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert