Improtheater: Europaschule beschäftigt sich mit dem Thema Aids

Von: mabie
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Schüler, Lehrer und Unterstützer der Europaschule Herzogenrath zeigen, was sein kann, aber nicht sein muss, wenn es um das Thema sexuell übertragbare Infektionen, Aids und den passenden Schutz und Umgang miteinander geht. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Eigentlich sind es nur noch Symbole, die im täglichen Leben an die stete Bedrohung durch eine Infektion mit dem HI-Virus hinweisen. Rote Schleifen sind es am Aids-Tag, hier und da gibt es eine Plakatkampagne oder einen TV-Spot. Doch neben der sinkenden Aufmerksamkeit, die mit einer möglichen Erkrankung an Aids einhergeht, gibt es immer noch Menschen, die nicht so recht wissen, wie sie mit Menschen umgehen sollen, die Träger des HI-Virus sind.

Mit ihrem jüngsten Improvisationstheater, das unter der Überschrift „Was wäre wenn…“ steht, wollen nun Schüler, Lehrer und Unterstützer der Europaschule in Herzogenrath auf das Thema aufmerksam machen. „Das Stück deckt viele Gebiete gleichzeitig ab“, sagt Projektleiterin Nicole Jacobi.

So geht es um das Verhalten gegen über HIV-Betroffenen, denen sich Menschen solidarisch, respektvoll, aber eben auch diskriminierend nähern. „Wie gehen wir um mit Menschen, die ‚anders‘ sind?“, fragt auch Jens Klein, didaktischer Leiter der Schule. Dazu gehören Fragen nach dem generellen Umgang mit sexuell übertragbaren Krankheiten oder auch mit Homosexualität. „Gerade zur Vermittlung so sensibler Themen wie Sexualität, sexuell übertragbarer Infektionen und unterschiedlicher sexueller Lebensweisen ist es von besonderer Bedeutung, möglichst vielfältige Kommunikationsangebote zu machen“, sagt Nicole Jacobi.

Auf Grundlage dieser Fragestellungen haben die Schüler des Projektkurses verschiedene Improvisationen erarbeitet und bringen diese auf die Bühne des Forums der Europaschule. Eine Ausstellung ergänzt vor und nach dem Bühnenspiel das Gesehene um Informationen und Meinungen. „Jeder kann sich dort einzeln oder in kleinen Gruppen mit anwesenden Beratern über Liebe, Lust und Leben und den notwendigen Schutz austauschen“, sagt Klein.

Ohne Sponsoren wäre der ganze Aufwand allerdings nicht möglich gewesen, wie Schulleiter Daniel Bick erläutert. Örtliche Unternehmen und die Aids-Hilfe Aachen haben sich dazu eingebracht. „Das freiheitliche Lebensgefühl in Europa lässt Menschen mehr ausprobieren“, sagt Sponsor Lutz Engelen. Zudem führten Entwicklungen von Medikamenten, die das Leben mit dem Virus ermöglichen, aber definitiv nicht vor einer Ansteckung oder einer Erkrankung schützen können, zu dem trügerischen Gefühl, mit einer Pille gegen Aids sei alles wieder gut. „Diese Entwicklung verführt Jugendliche zum Leichtsinn“, sagt der Apotheker. Auch dagegen will „Was wäre wenn…“ kämpfen, das in der Sprache der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt, was wirklich Sache sein kann.

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