Imposante Werkschau von „Onkel Kanonikus” im Kloster Rolduc

Von: Andrea Thomas
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Hat viele Infos parat: Cathari
Hat viele Infos parat: Catharina Scholtens kennt das Werk von Matthias Goebbels. Foto: Andrea Thomas

Kerkrade. Wer in der Abteikirche von Rolduc den Blick schon einmal nach oben gerichtet hat, der kennt die detailreichen und farbenprächtigen Ausmalungen.

Geschaffen hat sie der renommierte Kirchenmaler und Aachener Domherr Matthias Goebbels. Die Gestaltung gilt als Meisterwerk, des 1836 in Baesweiler geborenen Künstlers und Kanonikers. Anlässlich seines 100. Todestages am 6. September soll eine große Ausstellung in Rolduc am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, an sein Leben und Werk erinnern.

Konzipiert und organisiert hat sie Catharina Scholtens. Sie ist die Vorsitzende der ehrenamtlichen Fremdenführer in Rolduc und hat, wie sie erzählt, bereits ungezählten Gruppen die Wand- und Deckengemälde in der Abteikirche erklärt. „Goebbels hat im 19. Jahrhundert eine im 12. Jahrhundert erbaute Kirche im Stil dieser Zeit ausgemalt. Das ist ihm sehr gut gelungen”, lobt sie. Inspiration habe er sich bei mittelalterlichen Künstlern wie Fra Angelico, Raphael oder Schnorr von Carolsfeld geholt. Über sein Werk hat sie sich auch intensiv mit dem Künstler und dessen Leben beschäftigt, woraus die Idee zur Ausstellung entstanden ist.

Ambitioniertes Projekt

Unterstützung erhält sie bei diesem ambitionierten Projekt von ihren Kollegen sowie von der Stiftung Eurode 2000+, der St.-Catharinagilde Kerkrade, der Abtei Rolduc und dem Geschichtsverein Baesweiler. In den vergangenen Wochen hat sie Werke von Matthias Goebbels sowie Fotos und Dokumente über sein Leben zusammengetragen. Besonders gefreut hat sie, dass vieles davon aus dem Besitz der weitverzweigten Familie des Künstlers kommt, die den „Onkel Kanonikus”, wie er hier liebevoll genannt wird, hoch in Ehren hält. „Dieses Vertrauen der Leute, mir Dinge, die für sie auch einen Erinnerungswert haben, zu überlassen, ist beeindruckend”, bedankt sich Catharina Scholtens.

Zu den gezeigten Kunstwerken, zählen private Gemälde, Landschaften, Porträts seiner Schwestern und ein frühes Selbstporträt, außerdem die beiden Seitenaltäre des Marienaltars aus St. Petrus in Baesweiler, den Matthias Goebbels seiner Heimatstadt gestiftet hatte und die lange als verschollen galten. Gezeigt werden auch Entwürfe für Messkelche und Mosaike für Fußböden und Wände. Goebbels hat insgesamt 30 Kirchen in Deutschland und den Niederlanden ausgemalt. Noch erhalten sind neben Rolduc die Malereien in St. Briktius Oekoven (Kreis Neuss) und im ehemaligen Kloster Marienborn in Hoven bei Zülpich. In der Ausstellung geben Kopien von Entwürfen, unter anderem für die Malereien in Rolduc, einen Einblick in diesen Teil seines Schaffens.

Die Ausstellung zeigt nicht nur einen der bedeutendsten Kirchenmaler des Historismus im Rheinland, sondern auch einen dabei stets bescheiden gebliebenen Priester und Menschen. So habe er fast ohne Entgelt gemalt, berichtet Catharina Scholtens. Auch auf die ihm als Domherr zustehende Beisetzung im Aachener Dom hat er verzichtet. Beerdigt ist Matthias Goebbels im Familiengrab auf dem Baesweiler Friedhof.

Vortrag zum Thema auch in Baesweiler

Die Ausstellung ist am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, in der Abtei Rolduc, Heyendallaan 82, Kerkrade, zu sehen.

Am Samstag ist sie von 15 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Um 10.30 Uhr findet am Sonntag eine Messe mit Dompropst Helmut Poqué statt. An beiden Tagen werden von 15 bis 18 Uhr bzw. 13.30 bis 18 Uhr Kirchenführungen in deutsch und niederländisch angeboten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Auf Einladung des Geschichtsvereins Baesweiler hält Cathatrina Scholtens am Donnerstag, 25. August, einen Vortrag über Leben und Werk des Matthias Goebbels. Der Abend beginnt um 19 Uhr im Lokal Alte Schmiede, Aachener Straße 20, in Baesweiler.

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