Imposante Bilder von Bergbau-Relikten

Von: mas
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Eine stattliche Bildersammlung über den heimischen Bergbau hat Rolf Beckers (l.) in seinem Besitz. Auch Baesweilers Geschichtsvereinsvorsitzende Catharina Scholtens und Geschäftsführer Günter Pesler durften in der Alten Schmiede gern hineinschauen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Nicht jedes seiner 250 mitgebrachten Fotos hat Rolf Beckers präsentiert. Aber am Ende seines Vortrages hätten viele der Besucher gerne noch einen „Nachschlag“ bekommen. Denn die digitale Reise „Auf den Spuren des Bergbaus“ im Baesweiler Restaurant „Zur Alten Schmiede“ brachte die Vergangenheit zu Tage.

Rolf Beckers ist vom Bergbau und seiner Geschichte fasziniert. Der spätere Diplom-Ingenieur begann seinerzeit eine Lehre als Elektriker auf der Alsdorfer Zeche Anna I. „Wir hangeln uns heute Abend anhand von Fotos ein bisschen durch die Region“, begann Rolf Beckers seine Präsentation hochwertiger Bilder. Der Vortrag passte auch in die Geschichte der Baesweiler Zeche Carl-Alexander. Sie wurde 1975 geschlossen. „Das ist für uns heute ein passender Anlass, die umfangreiche Geschichte von Carl-Alex vorzustellen“, begrüßte Catharina Scholtens etwa 50 Besucher.

Über die Grenze hinaus

Die Vorsitzende des Geschichtsvereins Baesweiler zeigte sich sehr erfreut über die Resonanz, denn Rolf Beckers referierte auf Einladung des Vereins. Seine Suche nach den Spuren des Bergbaus, der mehr als ein Jahrhundert lang das Leben der Menschen in der Aachener Region bestimmte, band neben dem Aachener Revier auch die Gebiete um Hückelhoven, Eschweiler sowie grenzüberschreitend Limburg/Niederlande ein. Alsdorf, Baesweiler, Würselen, Merkstein, Siersdorf, Eschweiler Stadtwald: Was ist übrig geblieben, wo gibt es noch etwas zu sehen? „Der Bergbau begegnet uns noch in vielen Facetten“, ließen die Bilder und Beschreibungen des Referenten tiefe Eindrücke zu. Startend bei der Seilscheibe von Carl-Alex, die am Baesweiler Reyplatz aufgestellt ist. Im Herzogenrather Noppenberg steht noch ein Förderwagen und auch das Kloster Rolduc spielte einst „eine tragende Rolle bei der Kohlenförderung“, sagte Beckers. Ehemalige Betriebsgebäude, verschüttete Schächte, Stollen oder Kohlenflöze sind noch erkennbar. Sehr ergiebig in Sachen Nachlässe ist das Wurmtal. So lassen sehr versteckte Stellen in der Nähe des Teuterhofes Blicke auf Kohlenflöze zu. Dies gilt auch für ein Stollenendloch der Zeche Gouley in der Nähe von Morsbach oder für die – noch als Karbonroute ausgeschilderte – Grube Alte Furth unterhalb der Burg Wilhelmstein.

Ebenfalls fündig wurde Beckers im Inde-Revier und dort besonders im Eschweiler Stadtwald sowie am „Schwarzen Berg“ in Eschweiler. Einige seiner Schätze hat sich Alsdorf bewahrt. Im Gegensatz zu Baesweiler, wo nach Auffassung Beckers‘ „nicht mehr viel übrig ist“. Alsdorf – die Grube Anna wurde 1992 geschlossen – hat die Elektro-Hauptwerkstatt (Langhaus) ebenso erhalten wie das Fördermaschinenhaus von Anna II oder das ehemalige Ledigenheim, in dem jetzt der Bergbaumuseumsverein seine Heimat hat. Beckers‘ Empfehlung: „Besuchen Sie auf alle Fälle das Energeticon, das lohnt sich allemal“. Ein „Geheimtipp“ für den Referenten ist das Fördermaschinenhaus der früheren Grube Adolf in Merkstein. „Sowohl was die Bewirtung als auch die dortige Ausstellung angeht.“ Über Carolus-Magnus in Übach-Palenberg ( „Die Lohnhalle ist eine architektonische Meisterleistung“) bis zur damals sehr modernen Zeche Sophia Jacoba (Hückelhoven, 1997 geschlossen) spannte Beckers den Bogen.

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