Städteregion - Immer weniger Einbrüche. Nur im Nordkreis nicht.

Immer weniger Einbrüche. Nur im Nordkreis nicht.

Von: Robert Esser
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Zur Hochsaison steigen auch im Nordkreis die Einbruchszahlen. Foto: imago/Tack

Städteregion. Jede Nacht knacken Einbrecher in der gesamten Städteregion drei bis vier Wohnungen – zumindest statistisch. Dass die in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegene Einbruchsquote in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 um 13 Prozent zurückgegangen ist, beruhigt deswegen weder Polizeipräsident Dirk Weinspach noch die Spezialisten der Kripo.

„Die Zahlen sind nach wie vor unbefriedigend“, betont Weinspach. Neben Alex Milar, Leiter des Kriminalkommissariats KK 44 Vorbeugung, und Kriminaldirektor Armin van Ramsch wirbt der Behördenchef zum Start der Aktionswoche „Riegel vor – Sicher ist sicherer!“ für Beratungsangebote der Polizei (Telefon 0241/ 957734401; Info-Stand am Freitag, 24. Oktober, 9 Uhr, Sparkasse, Friedrich-Wilhelm-Platz in Aachen; Samstag, 25. Oktober, 10 Uhr, Beratungsstelle KK 44, Jesuitenstraße 5, in Aachen).

Die Zahlen: 2011 zählte die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums 2086 Wohnungseinbrüche. 2012 waren es 1830, 2013 sogar 2203. In Alsdorf gab es 2012 66 Einbrüche, 2013 waren es 74 und in 2014 bisher schon 87. in Würselen wurden 2012 105 Einbrüche verzeichnet, 2013 92 und in 2014 bereits 99. Herzogenrath registrierte 2012 101 Einbrüche, 2013 93 und seit Januar 2014 91. Konstant sind die Zahlen in Baesweiler: 2012 53 Einbrüche, 2013 waren es 52 und in 2014 bisher 41.

Mit dem vierten Quartal beginnt nun die dunkle Jahreszeit, in der erfahrungsgemäß mehr Einbrüche zu verzeichnen sind. In den meisten Fällen schlagen die Täter zwischen 16 und 22 Uhr zu. Nach Angaben der Polizei prüfen sie mit Einbruch der Dunkelheit, ob Haus- oder Wohnungsinhaber daheim sind. Bleibt das Licht gelöscht und antwortet niemand aufs Türklingeln, legen die kriminellen Profis los.

In die Statistik fließen sämtliche Einbruchsversuche ein. „Mehr als 40 Prozent der Einbrüche bleiben im Versuchsstadium stecken“, erklärt Vorbeugungsexperte Milar. Aber: „80 Prozent der Fenster lassen sich schon mit einem Schraubenzieher aufhebeln.“ Darum verstärkt die Polizei auch vor diesem Winter ihre Anstrengungen in Sachen Prävention.

„Schon geringe Investitionen in die Mechanik von Fenstern und Türen verringern das Einbruchsrisiko extrem“, stellt Milar fest. Polizeipräsident Weinspach appelliert zudem: „Alarmieren Sie sofort die Polizei über Notruf 110, wenn Sie Verdächtiges beobachten oder hören.“ Milar fügt hinzu: „Der aufmerksame Nachbar ist der größte Feind des Einbrechers.“

Wenn Menschen Opfer eines Wohnungseinbruchs werden, dürfen sie sich kaum Hoffnung machen, dass der Täter gefasst oder die Beute gefunden wird. Die Aufklärungsquote dümpelt seit Jahren auf 12 bis 13 Prozent dahin. Hauptproblem: Die Einbrecher agieren überaus mobil, weswegen das Landeskriminalamt die Bekämpfung von Einbrüchen mittlerweile zentral koordiniert.

Über 75 Prozent der gefassten Tatverdächtigen wohnen nicht in der Nähe der Tatorte, was laut Kriminaldirektor van Ramsch die auswertbaren DNA-Spuren untermauern. Auffällig oft treten nach Erkenntnissen der Ermittler junge Osteuropäerinnen in Erscheinung.

Erfreulich: Zuletzt überführte die Aachener Polizei sieben von 25 bekannten Intensivtätern. Sie sitzen hinter Gittern. Doch viele andere Ganoven reisen gerade zur Hochsaison an.

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