Alsdorf - Immer mehr Vandalismus: Verwaltung will einschreiten

Immer mehr Vandalismus: Verwaltung will einschreiten

Von: Verena Müller
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Das Gerätehaus der Alsdorfer Feuerwehr in Hoengen, regelmäßiger Treffpunkt für Jugendliche und junge Heranwachsende: Im vergangenen Jahr häuften sich die Fälle von Vandalismus. Vor kurzem wurden auch Feuerwehrleute verbal angegriffen. Die Verwaltung will einschreiten. Foto: V. Müller
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Auf diesen „Bänken“ treffen sich Gruppen von jungen Menschen regelmäßig. Foto: V. Müller
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Die Laterne soll aufgerüstet werden. Der Briefkasten ist repariert. Foto: V. Müller

Alsdorf. Die Fälle von Vandalismus, Vermüllung und zuletzt auch diffamierender Äußerungen gegen Mitglieder der Feuerwehr am Hoengener Gerätehaus haben in jüngster Vergangenheit massiv zugenommen: Die Gegensprechanlage am Eingang wurde zerstört, der Briefkasten rausgerissen, Rolltore beschmiert und im weiteren Umkreis Glasflaschen zertrümmert und anderer Müll zurückgelassen.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Insbesondere in der Zeit von Freitag bis Sonntag seien zunächst „Verunreinigungen in Form von Flaschen und Müll“ aufgefallen, berichtet Feuerwehrsprecher Christoph Simon über die Entwicklung. „Versuche, den vor Ort angetroffenen Heranwachsenden und jungen Erwachsenen die Problematik von beschädigten Flaschen zu erläutern, schlugen fehl“, so Simons. Schlimmer noch: Das Ausmaß nahm zu, und beim Zusammentreffen von Wehr und den jungen Leuten fielen beleidigende Worte.

Heinrich Plum (SPD) meldete sich in der Sache zu Wort, im Nachgang zur Berichterstattung vom vergangenen Wochenende: „Die Jungs, die davon betroffen sind, verdienen so etwas nicht. Die verdienen alle Unterstützung, schließlich riskieren die im Einsatz ihr Leben.“ Es müsse eine wie auch immer geartete Lösung gefunden werden, noch vor Ende der Sommerpause, die ja gerade erst begonnen hat.

Aber was ist die Ursache? Ist die Feuerwehr direkter Adressat der Aggressionen? Oder ist es reiner Zufall, dass das Gebäude und seine Nutzer Ziel der Angriffe sind?

Gespräche mit der Feuerwehr selbst, dem Verwaltungsvorstand der Stadt Alsdorf, der Politik, Anwohnern und dem Jugendamt ergeben eine klare Tendenz für den zweiten Erklärungsansatz.

Und so stellt sich die Lage im Detail dar: Dass sich hier seit Jahren häufig junge Menschen treffen, ist der „günstigen“ Lage geschuldet. Etwas zurückversetzt von der Straße – und somit nicht im Fokus der Öffentlichkeit – befindet sich eine breite Mauer, die zum Aufenthalt einlädt. In wenigen Minuten erreicht man das Mariadorfer Dreieck mit seinen Geschäften und man hat mehrere Möglichkeiten, den Ort schnell zu verlassen.

Offenbar treffen sich hier mehrere Gruppen, die mit dem Publikum des Jugendtreffs im Alten Rathaus in direkter Nachbarschaft keine bis wenige Schnittmengen aufweisen. In erster Linie handelt es sich um junge Erwachsene, die aus dem Jugendheim-Alter raus sein dürften. Manche treffen sich abends zum Essen und Trinken, lassen ihren Müll einfach liegen, andere verabreden sich regelmäßig nach der Arbeit zum Saufen.

Anlass der verbalen Auseinandersetzung ist dem Vernehmen nach die direkte Ansprache durch die Mitglieder der Feuerwehr, die als Aggression aufgefasst wurde. Die Profession an sich hat mit den Diffamierungen wohl nichts zu tun. Läge der Treffpunkt woanders, sähe es dort wohl nicht anders aus.

Da es sich um öffentlichen Raum handelt, wird es wohl als allgemeines Recht aufgefasst, hier rumzulungern. Was auch nicht falsch ist. Aber wie bekommt man das Problem, die Begleiterscheinungen, jetzt in den Griff? Einzäunen und zum Privatgelände erklären?

Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter der Stadt Alsdorf hat andere Pläne. Er spricht von einem „veritablen Problem“, dem er mit einem „ganzheitlichen Ansatz“ zu begegnen denke: „Wir planen, zwei Kameras anzubringen, um das Gebäude zu schützen, außerdem prüfen wir, ob die Laterne nicht mit mehr Lux ausgestattet werden kann. Jugendamt und Ordnungsamt werden mehr Präsenzdienste leisten.“ Ein paar Tausender werde das wohl kosten. „Das müssen wir aus dem Gebäudeunterhalt der Feuerwehr abzwacken“, so Kahlen.

Von einer Einzäunung halte er nichts, zum einen, weil man bei einer Alarmierung erst Tore öffnen müsse, was Zeit koste, und zum anderen, weil sich hinter dem Gerätehaus auch öffentliche Wege kreuzen. Nämlich auch die Anwohner nutzen den Schotterweg als Abkürzung zum Busbahnhof und zum Nahversorgungszentrum.

Plum zu den Plänen der Verwaltung: „Ich gehe davon aus, dass die Politik volle Unterstützung leisten wird.“

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