Im Würselener Rat ist eine große Koalition im Gespräch

Von: Georg Pinzek
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Ins Amt eingeführt und vereidigt: Altersvorsitzender Hans Carduck (l.) gratuliert dem alten und neuen Bürgermeister Arno Nelles; Beifall spenden im Ratssaal nicht nur der Technische Beigeordnete Till von Hoegen (2.v.r.) und Kämmerer Ludwig Bremen (r.). Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Jetzt ist es quasi amtlich: SPD und CDU führen Gespräche über die Gründung einer großen Koalition. Mit der Suche nach einer stabilen Mehrheit ist nach demokratischen Gepflogenheiten die stärkste Kraft im Rat betraut. Die stellt in der neuen Wahlperiode die SPD.

Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers zeigte sich in der konstituierenden Sitzung des Rates optimistisch, „dass wir in den nächsten Wochen eine Koalition bilden können“. Bis dahin wurde die Wahl von Vize-Bürgermeistern und Ausschussvorsitzenden im Würselener Rathaus zurückgestellt.

In der ersten Sitzung der sechsjährigen Wahlperiode wurden die Stadtverordneten von Bürgermeister Arno Nelles (SPD) in ihr Amt eingeführt und zur gesetzmäßigen und gewissenhaften Wahrnehmung ihrer Aufgaben verpflichtet. Zuvor wurde der wiedergewählte Bürgermeister vom Altersvorsitzenden Hans Carduck (FDP) ebenfalls in sein Amt eingeführt und vereidigt.

In seiner Antrittsrede erinnerte Nelles an den begonnenen Kraftakt, den Haushalt zu konsolidieren. Der Schuldenberg von mehr als 100 Millionen Euro drohte von Jahr zu Jahr um weitere 15 Millionen Euro zu wachsen. Würselen war eine der 34 Kommunen in NRW, die auf eine Insolvenz zuzusteuern schien.

Nelles: „Das Ruder umzulegen war keine so einfache Aufgabe. Sicher kam uns das von der Landesregierung beschlossene Stärkungspaktgesetz zu Hilfe.“ Nelles appellierte an den Rat, den mit dem Sanierungsplan eingeschlagenen erfolgreichen Kurs nicht zu verlassen.

„Wir alle haben auch in der neuen Ratsperiode eine große Verantwortung, unsere Stadt weiter fit für die Zukunft zu machen“, betonte der Bürgermeister. Und weiter: „Dabei sind unsere Voraussetzungen exzellent. Unsere hervorragende Lage in der Region macht uns nach wie vor zu einem der begehrtesten Standorte. Das gilt sowohl für Würselen als Wohnstandort, als auch für Würselen als Gewerbestandort. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze misst Nelles dem geplanten Gewerbegebiet Merzbrück große Bedeutung bei: „Ich bin froh, dass sich der seit 15 Jahren bestehende Stillstand auf Merzbrück jetzt dem Ende zuneigt.“

Zum Komplex Singergelände bemerkte Nelles: Die Industriebrache sei eine offene Wunde in der Gestaltung der Innenstadt, die dringenden Handlungsbedarf erfordere. „Die Planungen mit dem aktuellen Investor waren schon weit fortgeschritten und nun stoppen Bedenken des Denkmalschutzes die weiteren Überlegungen. Bei allem Respekt im Umgang mit der Historie muss alles auch leistbar sein.

Der Bürgermeister „hegt die Hoffnung, dass die Einschätzung der Aspekte in Sachen Denkmalschutz nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie die Entdeckung derselben. Es gilt auch hier, dass Investoren nicht unbegrenzt auf uns warten.“ Achim Großmann hatte im April für drei historisch wertvolle Gebäude Antrag auf Denkmalschutz gestellt. Der Landschaftsverband Rheinland prüft das Ansinnen. Eine vorläufige Unterschutzstellung wurde für diese Zeit verfügt. Eine bereits erteilte Abrissgenehmigung aufgehoben. Wie lange das Verfahren dauern wird, steht indes noch nicht fest.

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