Im Sonderzug nach Roda: Ankunft der königlichen Staatsgäste

Von: Beatrix Oprée
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Ein Foto für die Stadtchronik: Bürgermeister Christoph von den Driesch (l.) mit den hohen Staatsgästen, Ihre Majestät Königin Beatrix, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Prinzessin Maxima der Niederlande und Kronprinz Willem Alexander von Oranje-Nassau (v.r.). Foto: Wolfgang Birkenstock

Herzogenrath. Auf ihre Fans können Royals sich verlassen: Hunderte, manche sogar ganz in Orange gekleidet, sind zum Bahnhof geströmt, in der Hoffnung einen Blick auf Beatrix oder Maxima werfen zu können.

Aufgeregt plappernde Grundschüler bevölkern die Terrasse des Cafés „Zeitlos”, winken mit niederländischen und deutschen Fähnchen, die Regenbogenschüler schwenken ein eigens gemaltes Banner zur Begrüßung des „NL-Königshauses”. Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule sind in orangefarbene T-Shirts geschlüpft, Kinder aus der Grundschule Bierstraß tragen entsprechende Schärpen. Kleine Stars des Tages sind die ausgelosten drei Blumenmädchen. In Blumenkleidchen warten sie aufgeregt auf das, was sie sich schöner nicht ausmalen können.

„Ich bin sehr glücklich”, ruft die achtjährige Luzie Loose von der Regenbogenschule denn auch strahlend. Maren Buschmann (10) von der GS Klinkheide und Luca Celmer (10) aus Alt-Merkstein fühlen mindestens genauso. Nachdem sie aus Händen von Eva Elbern, Vorzimmerdame des Bürgermeisters, und Bereichsleiter Josef Poqué die kunstvollen Sträuße entgegengenommen haben - pink-blau für Maxima, passend zu ihrem roséfarbenen Kostüm, sowie orange-blau im Anklang an das Königshaus Oranje-Nassau für die Königin und in Rodas Stadtfarben gelb-rot für die Ministerpräsidentin - werden sie zum schmucken Fotomotiv nicht nur für ihre stolzen Mütter.

Gespannt sind auch die anderen Protagonisten des offiziellen Empfangskomitees: der niederländische Honorarkonsul Professor Helmut Breuer, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch und sein Kerkrader Kollege Jos Som. Höchstpersönlich schiebt der Bürgermeister die letzten Falten des mühevoll organisierten extra langen roten Teppichs glatt, den Mitarbeiter des städtischen Bauhofs ausgerollt und sorgfältig festgenagelt haben, damit der einfahrende Sonderzug ihn nicht etwa wegweht.

Die Nagelprobe besteht das Konstrukt allerdings nicht: Der kurz darauf einfahrende RE4 Dortmund Hbf. reißt das gute Stück prompt mit. Schnell wird er wieder ausgerichtet und auf Anordnung des Bürgermeisters auch nochmal sorgfältig abgekehrt. Punkt 14.30 Uhr hebt die Harmonie Cäcilia zu munteren Melodien an. Hymnen dürfen nicht gespielt werden, des Protokolls wegen. Als der Zug schließlich fast pünktlich um 15.03 Uhr einfährt und der mittlere Waggon millimetergenau vor dem roten Teppich stoppt, lässt Dirigent Olav Calbow den „Long Street Dixie” erklingen, ein Wunsch des Büros der Königin. Dann geht alles rasend schnell: „Hare Majesteit” steigt aus dem Waggon, gefolgt von ihrem Sohn und dessen Frau.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, ebenfalls chic behütet, ist mit ihrem Stab im eigenen Waggon gereist und gesellt sich unmittelbar dazu. Herzliche Begrüßungsworte des Ersten Bürgers, Maren, Luca und Luzie walten ihres Amtes, kurzes Posieren für die Fotografen, und ab geht es unter begeistertem Jubel der Zaungäste über den roten Teppich direkt in die schwarzpolierte Staatskarosse. Die Königin sei ein wenig müde, heißt es.

Der Fotografenpulk wird von resoluten Mitarbeiterinnen des Bundespräsidialamtes ausgebremst. Die Königin lässt das Fenster hinunter und winkt noch einmal freundlich, dann setzt der Tross sich gen EBC in Bewegung. Keine zehn Minuten - und alles ist vorbei.
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