Im Snoezelraum die Sinne schärfen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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In dem neuen Angebot der integrativen Kindertagesstätte Don Bosco haben Kinder die Möglichkeit, zu entspannen. Snoezeln wird als Therapie und Förderung zugleich in allen Entwicklungsstufen eingesetzt. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Ganz weiß, ganz dunkel, ganz ruhig und ganz bequem: So ist der neue Snoezelraum in der integrativen Kindertagesstätte Don Bosco.

„In diesem besonderen Raum werden über Licht, Klang- und Tonelemente und Musik Sinnesempfindungen ausgelöst“, erklärt Ines Eichhorn, Leiterin der viergruppigen integrativen Einrichtung. So entspannen die Kinder. „Unter snoezelen wird die Auslösung von Wohlbefinden in einer entsprechend gestalteten Umgebung durch steuerbare multisensorische Reize verstanden“, sagt die Leiterin, die den Umbau des Raumes in der 1. Etage des ehemaligen Schulgebäudes nur mit vielen Spenden schultern konnte.

18.000 Euro hat es gekostet, Wassersäulen, Lichtkugeln, Projektoren, Stoffe und ein Wasserbett gekonnt herzurichten. „Viele Kinder sind in der heutigen Zeit überreizt“, urteilt Eichhorn, die in der Einrichtung gemeinsam mit 22 Kollegen entwicklungsverzögerte Kinder beaufsichtigt, körperbehinderte und verhaltensauffällige Kinder sowie jene mit Mehrfachbehinderungen.

Hier ist alles etwas anders...

Im Snoezelraum ist alles anders als in der übrigen Welt. Das Wissen um diesen besonderen Raum geht auf die beiden amerikanischen Psychologen Cleland und Clark zurück, die 1966 feststellten, dass eine verbesserte Kommunikation und eine Reduzierung von Verhaltensauffälligkeiten durch den gezielten Einsatz von Sinnesangeboten bei entwicklungsverzögerten, hyperaktiven, geistig behinderten und autistischen Personen zu beobachten war.

Ende der 70er Jahre erkannten die Niederländern Ad Verheul und Jan Hulsegge, dass snoezeln als spontane Aktivität bei schwerst mehrfach behinderten Menschen in ihrer Freizeit einsetzten würde. „Snoezeln ist eine kreative Wortneuschöpfung und ist zusammengesetzt aus snuffelen, was schnüffeln, schnuppern, und doezelen, was dösen, schlummern, bedeutet“, erläutert Ines Eichhorn.

Therapie und Förderung

Snoezeln wird als Therapie und Förderung zugleich in allen Entwicklungsstufen eingesetzt: Im Kindergarten, in Schulen, Frühförderinstitutionen, Kinder- Jugend- und Erwachsenenpsychiatrien, Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen, in Werkstätten, freien Praxen, in Seniorenzentren und Hospizen.

„Bei uns wird der Snoezelraum für die Einzeltherapie oder die Gruppentherapie genutzt. Wir wollen unsere Kinder noch besser fördern und ihnen auch ein bisschen das Überdrehte nehmen“, sagt die Leiterin, die nun mit allen Mitarbeitern der Kita Fortbildungen macht, damit die Kita-Kinder im Alter von zwei bis zur Einschulung im Snoezelraum richtig gefördert werden.

„Damit sehen wir die Kinder ebenso, wie unser Namensgeber Don Bosco die Kinder gesehen hat“, sagt Ines Eichhorn, die schon in der Eigangshalle des Kindergartens die fünf Leitlinien von Don Bosco aufgehangen hat: die ganzheitliche Sorge um jedes Kind, den Glauben an den guten Kern im Kind, Liebe und Güte als Grundpfeiler der Begegnung mit Kindern, eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Atmosphäre sowie Fröhlichkeit, Fest und Spiel und Herzlichkeit.

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