Im Nordkreis erhalten alle Kleinkinder einen Platz

Von: vm
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Alsdorf. In der Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist das Land Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich weiterhin das Schlusslicht. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sind nur 27 Prozent der Kinder in dieser Altersklasse im Kindergartenjahr 2015/2016 in einer Kita oder bei Tagesmüttern und -vätern untergebracht.

Im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung – in den Städten Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen – liegt die Quote deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Wir erfüllen die vom Bund vorgegebene Quote von 35 Prozent“, sagt Manfred Schmidt, stellvertretender Leiter des Jugendamts der Stadt Alsdorf. Über 33 Prozent der unter Dreijährigen besuchten eine Kita oder eine Tagespflege. Wenn man die Kinder, die jünger als ein Jahr sind – und für die Eltern keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben –, noch mit einberechne, läge die Quote sogar bei über 38 Prozent, so Schmidt weiter.

Nur eine Orientierungshilfe

Die vom Bund vorgegebene Quote ist allerdings nur eine Orientierungshilfe, die auf Schätzungen zum Anmeldeverhalten der Eltern basiert. Während in Städten wie Köln die Nachfrage fast doppelt so hoch ist, liegt sie in ländlichen Gegenden traditionell niedriger.

In Herzogenrath werden rund 43 Prozent der unter Dreijährigen betreut, unter Einjährige inbegriffen.

„Zurzeit decken wir den Bedarf ab“, sagt Jugendamtsleiter Andreas Heine. „Alle Kita-Plätze sind besetzt, aber in der Tagespflege haben wir noch etwas Luft.“ Seit anderthalb Jahren sei das Platzangebot unverändert, vereinzelt würden in nächster Zukunft aber innerhalb der Einrichtungen Plätze für über Dreijährige in U3-Plätze umgewandelt. „Wir haben uns frühzeitig mit dem Thema U3-Betreuung auseinandergesetzt und konnten so schon vor zwei Jahren eine Quote von rund 40 Prozent erreichen“, so Heine weiter.

In Baesweiler sieht es ähnlich aus: „Die Nachfrage liegt bei 39,2 Prozent, die Versorgungsquote bei 43,24 Prozent“, teilt Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion Aachen, mit. Die Stadt Baesweiler verfügt über kein selbstständiges Jugendamt, die Städteregion Aachen ist hier zuständig. „Die Plätze für unter Einjährige sind bei den Zahlen zu vernachlässigen, die Nachfrage liegt hier nur bei 2,2 Prozent“, sagt Funken weiter.

Für Würselen liegen die konkreten Zahlen für das Kindergartenjahr 2015/2016 noch nicht vor. „Rückläufer der – teilweise noch geschlossenen – Einrichtungen stehen derzeit noch aus“, erklärt Pressesprecher Bernd Schaffrath. „In Würselen streben wir allerdings eine 40-prozentige Betreuungsquote an, die aus Sicht der Verwaltung auch als realistisch anzusehen und erfüllbar ist. Dabei haben wir einen berechneten Bedarf von insgesamt 370 Betreuungsplätzen.“ Aufgegliedert nach Altersstufen: 37 Kinder im Alter von unter einem Jahr, 74 Ein- bis Zweijährige und 259 Zwei- bis Dreijährige.

Der Spitzenreiter

Im Vergleich der westlichen Bundesländer ist übrigens der Stadtstaat Hamburg mit 46 Prozent Spitzenreiter bei der erreichten Betreuungsquote, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 33 Prozent. Da können sich Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen also sehen lassen.

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