Im MZ sollen Brüche künftig schneller heilen

Von: Nina Krüsmann
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Ärztefortbildung im MZ Marienhöhe: Dr. med. Markus Graf, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie (links) mit Traumatologe Dr. med. Roy Sanders aus Florida. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. Ein ganz besonderer Gast weilte im Betriebsteil Marienhöhe des Medizinischen Zentrums. Der bekannteste amerikanische Traumatologe, Dr. Roy Sanders vom Orthopaedic Institute in Florida, besuchte das Krankenhaus zu einer Fortbildung. Gemeinsam mit Dr. Markus Graf, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, begrüßte der Experte rund 50 Kollegen zu einem Vortrag und Praxisübungen.

„Ich kenne Dr. Sanders bereits aus meiner Zeit an der Bergmannsheil-Unfallklinik in Bochum. Damals wie heute ist er ein geschätzter Berater, mit dem wir eng zusammenarbeiten”, sagte Graf.

Fachärzte, niedergelassene Ärzte und Kooperationspartner des Traumanetzwerkes aus der Städteregion und NRW waren gekommen. Dr. Sanders informierte über neueste minimalinvasive Entwicklungen im Bereich der akuten Bruchversorgung.

„Wir haben im MZ die Möglichkeit, Brüche der Hohlknochen in Oberarmen, Ober- und Unterschenkel besonders schonend zu versorgen, indem wir bei einem kleinen Eingriff Nägel einsetzen, die den Bruch stabilisieren und ruhigstellen”, erklärte Dr. Markus Graf. So könnten die Verletzten den Knochen im Idealfall schnell wieder belasten, mit Krankengymnastik beginnen und die ursprüngliche Lebensqualität zurück erlangen. Vorteil sei, dass nur eine minimale Wunde für den Einsatz des Nagels mit dem so genannten Blattschuss-Gerät nötig sei.

Jedes Jahr werden im MZ rund 50 Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen eingeliefert. „Wir arbeiten daran, diese Patienten schonender zu operieren. Eine zweite Zielgruppe sind ältere Menschen, bei denen häufig Brüche durch Osteoporose entstehen”, sagte Graf. Durch den demographischen Wandel rechnet er zukünftig mit mehr Fällen in diesem Bereich. Bereits jetzt werden pro Jahr 150 Fälle behandelt.

Als besonders modern und fortschrittlich bei der Bruchversorgung soll sich im MZ nun eine neue röntgenfreie Methode erweisen. Das strahlungsfreie System verringert die OP-Belastung bei Frakturen. „Weniger Wunden, Schmerzen, eine kürzere Operationszeit und schnellere Funktionsfähigkeit der Knochen sind unser Ziel, an dem wir gemeinsam mit den amerikanischen Kollegen arbeiten”, betonte Dr. med. Markus Graf.

Der zunehmende Fortschritt bei Materialien und Instrumenten biete hierfür eine gute Grundlage. „Mit seinen Berichten aus der klinischen Praxis und wertvollen Tipps hat uns Dr. Sanders sehr bereichert”, waren sich die Teilnehmer einig.
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