Im kleinen Segelboot reif für die weite Welt

Von: Stefan Schaum
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Immer in Bewegung: Wer wie Ingmar Vieregge beim Segeln flott unterwegs sein will, muss sich auch mal weit rauslehnen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf/Eschweiler. Stillsitzen ist nicht drin. Wieselflink turnt Ingmar Vieregge auf seinem Bötchen umher. Taucht unter dem Segel durch, lehnt sich weit über Bord, zieht an einem Seil, dreht an einer Rolle.

Und schon ist er ganz weit draußen, mitten auf dem Eschweiler Blausteinsee. Der ist eigentlich fast zu klein für das große zwölfjährige Segeltalent. Auf den Alsdorfer Jungen wartet die Welt. Schon bald Mallorca, danach Dänemark, Polen und kurz vor Weihnachten noch Malaysia.

Er hat ein ganz hübsches Wettkampfpensum vor sich. Jüngst hat der Gymnasiast, der für den Alsdorfer Segelclub und den Düsseldorfer Yachtclub startet, eine Goldmedaille bei der Deutschen Jüngsten-Meisterschaft im Optimist geholt. Seit einiger Zeit gehört er zum Sailing-Team Germany, das von großen Segelvereinen getragen wird.

Ein ganz schöner Erfolg für so einen jungen Sportler. Warum er so flott unterwegs ist, weiß er selbst nicht so genau. „Vielleicht, weil ich mir bei meinem Bruder so viel abgucken konnte.” Der heißt Henrik, ist vier Jahre älter, und hat Ingmar auf den Geschmack am Segeln gebracht. „Vorher habe ich nur Fußball gespielt und wollte nichts anderes.” Heute fällt das Training in Hehlrath auch mal aus, wenn er in seinem Optimist für die nächste Regatta trainiert.

Auf gut 100 so genannte Wassertage - beim Training oder Wettkämpfen - bringt er es pro Jahr. Viel Zeit, nicht nur für ihn. „Da braucht man schon Eltern, die das unterstützen”, sagt Papa Andreas Vieregge. Was er freilich gern tue.

Zwar sitzt der Vater eher selten selbst in einem Segelboot, doch ist er längst vertraut mit allen Bootsklassen und Fachbegriffen. Das wiederum hilft dem Sohn. Ingmar: „Ich verstehe auch nicht alle Anforderungen bei einem Wettbewerb, das ist schon kompliziert. Papa rechnet alles aus - und ich fahre dann.”

Damit hat er Erfolg. Und viel Spaß. „Ich mag das Segeln, weil es was für den Kopf ist und ganz schön fit hält. Es ist auch spannend, sich jedesmal auf anderes Wetter einstellen zu müssen.”

Dass sich die Urlaubspläne der ganzen Familie rund um das Hobby der beiden Brüder drehen, versteht sich. Zwar gilt der Optimist als so genanntes Einhand-Boot, weil es nur von einer Person bedient wird. „Aber Fachleute nennen es auch mal gern Dreihand-Boot, weil man immer Papa und Mama braucht, um es zu transportieren”, sagt Andreas Vieregge schmunzelnd.

Doch obwohl die Familie auch in diesem Jahr viele tausend Kilometer im Auto und Flugzeug runterreißen wird und zum Abschluss im Dezember zur Weltmeisterschaft auf die malaiische Insel Langkawi fliegt, soll das Ganze ein Hobby bleiben.

Dass Ingmar ein Olympionike wird, bezweifelt der Vater. „Das ist mit der Schule und einer Ausbildung fast nicht zu kombinieren”, sagt er. Und so große Ambitionen hat Ingmar gar nicht. Er segelt einfach weiter. Und nimmt die Familie mit. Andreas Vieregge: „Für uns ist das Hobby eigentlich ideal. Wir können gemeinsam als Familie etwas unternehmen und sind richtig viel an der frischen Luft.”
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