IGBCE verlangt Dialog über Zukunft von Cinram

Von: Karl Stüber
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Ab 1. Juli muss dann wieder Cinram die Lohnzahlungen aufbringen. Foto: vm

Alsdorf. Heftige Kritik hat die IGBCE an den Verantwortlichen der Alsdorfer Firma Cinram geübt. In einem Flugblatt an die „Kolleginnen und Kollegen“ dort hat Gewerkschaftssekretär Jörg Erkens mit Blick auf den Verlust des größten Kunden, Universal Pictures, zum 30. Juni und dem deshalb drohenden Wegfall vieler der rund 1000 Arbeitsplätze geschrieben: „Wir haben die Schnauze voll! Mit Hinhalten rettet man kein Unternehmen!“

Mit der Entscheidung von Universal Pictures, die Kooperation mit dem Alsdorfer Produzenten von CDs, DVDs und Blu-rays nicht zu verlängern, soll ein Umsatzverlust von 40 bis 60 Prozent verbunden sein. Derzeit prüft das Amtsgericht Aachen den Antrag des Unternehmens auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wegen drohender Zahlungsunfähigkeit.

„Diese könnte eintreten, wenn das Unternehmen die entsprechenden Abfindungen aufbringen müsste“, konkretisierte auf Nachfrage der Arbeitnehmervertreter. Die Prüfung dürfte bis Anfang Juli dauern. Zwischenzeitlich werden die Gehälter von der Arbeitsagentur übernommen. Ab 1. Juli muss dann wieder Cinram die Lohnzahlungen aufbringen.

Positiv ist aus Sicht des Gewerkschafters, dass durch das Einschalten des Amtsgerichtes dem Eigentümer, der US-amerikanischen Unternehmensgruppe „1847 Partners LLC“ die Hände gebunden sind, Geld aus dem Unternehmen zu ziehen. Laut zuletzt veröffentlichtem Geschäftsbericht sei Cinram mit Aktiva noch gut ausgestattet, was die Aussichten auf eine Bewältigung der Krise erhöhe.

Was geschieht zwischenzeitlich? Die Ungewissheit über die eigene Zukunft macht den Cinram-Mitarbeitern schwer zu schaffen, sagt Erkens. „Wir fordern die Geschäftsführung auf, mit uns in einen ernsthaften Dialog über die Zukunft von Cinram und die Perspektiven aller Beschäftigen einzutreten.“ Laut IGBCE sind noch keine Gespräche oder gar Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan und eine Liste der zur Kündigung anstehenden Mitarbeiter geführt worden.

Da aber den Kollegen klar sei, in welchen Fertigungseinheiten für Universal Pictures bislang produziert wird, befürchteten gerade hier die Mitarbeiter für sich das Schlimmste. Die „Sprachlosigkeit“ gegenüber den eigenen Leuten sei nicht mehr hinnehmbar. Wenn notwendig, will die IGBCE das Scheitern der Verhandlungen über den gekündigten Entgelttarifvertrag erklären, um die Rechtsgrundlage für Arbeitskampfmaßnahmen zu schaffen.

Möglicherweise wird es nicht so weit kommen, denn zwischenzeitlich steht für nächste Woche ein Gespräch mit der Firmenleitung an – als Reaktion auf das Flugblatt, wie Erkens sagt.

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