Ideenwettbewerb zur Innenstadtgetaltung: Von utopisch bis brauchbar

Von: Holger Bubel
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Insgesamt wurden 46 Arbeiten mit vielen interessanten Ansätzen eingereicht: Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg hat alle unter die Lupe genommen und begutachtet. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Zwei Planbereiche hatten die rund 50 teilnehmenden Architektur-Studenten von FH Aachen und Düsseldorf sowie RWTH Aachen zu entwerfen. „Zentralparkplatz“ und „Hinter dem Rathaus“ sollen wichtige Stützpfeiler für die „Neue Mitte Alsdorf“ werden.

Susanne Lo Cicero-Marenberg spricht gemeinhin schon schnell, doch wenn sie ganz in ihrem Metier aufgeht und dazu noch begeistert ist, dann bewegt sich die Technische Beigeordnete und Stadtplanerin durch die Sprachlandschaft mit der Geschwindigkeit eines Mercedes AMG auf dem Hockenheimring.

Und begeistert ist sie, wenn sie sich durch die Entwürfe und Modelle des studentischen Ideenwettbewerbs bewegt, die derzeit auf der Empore des Alsdorfer Rathauses zur öffentlichen Begutachtung auch präsentiert werden.

Von den eingereichten Arbeiten der Studierenden zeigte sich nicht nur die Technische Beigeordnete angetan, auch die Jury sei überrascht gewesen, was die jungen Leute mit viel Know-how, Akribie und auch technischem Equipment zur Umsetzung auf die Beine gebracht hätten. „Die Resultate bilden ein breites Ideenspektrum ab. Manche Arbeiten sind so professionell, dass man kaum glauben kann, dass es sich dabei um studentische Ergebnisse handelt“, drückt Susanne Lo Cicero-Marenberg das Kompliment auch der gesamten Fachjury aus.

„Natürlich“, räumt sie ein, „durften die Studenten frei denken, ohne Scheuklappenblick oder mit Rücksicht auf die Finanzierbarkeit ihrer Vorstellungen. Aber dadurch konnte sich auch eine große Ideenvielfalt entwickeln. Und die wollten wir ja.“

Besonders im Planbereich „Hinter dem Rathaus“ ließen die Hochschüler ihrer Kreativität freien Lauf. „Da haben sie beim Bürgerforum mit den Alsdorfer Einwohnern ganz genau zugehört“, hat die Beigeordnete erkannt. Ein solcher Workshop hatte zur Mitte des Jahres im Energeticon stattgefunden.

Ein Aspekt der dabei betont wurde: soziales Miteinander der Generationen. Dieser wurde von den meisten Studenten aufgegriffen, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenwerkstätten oder Jugendzentren wurden in den Entwürfen besonders gewürdigt, ebenso wie offene Räume zum gemeinsamen Treffen.

Probleme bereitete den angehenden Architekten im Plangebiet „Zentralparkplatz“ eben genau dessen jetzige Bestimmung: „Es sollte ein Mischgebiet aus Handel und Wohnraum geschaffen werden, das zum Annagelände und zur Bahnhofstraße eine schlüssige Verbindung ergibt. Dazu mussten auch Stellplätze bedacht werden“, erklärt Lo Cicero-Marenberg. Rund 400 müssten das sein, für Stadthalle, Handel und Wohnhäuser – und zwar im finanzierbaren und technisch machbaren Rahmen.

Und wenn wohl auch nicht die Leitungslösung für die Planbereiche unter den Studenten-Beiträgen ist: „Einzelne sehr interessante Ansätze und Ideen sind durchaus verwendbar, auch für andere Bebauungsgebiete.“

Die Ergebnisse der Ideenfindung werden jetzt dem Stadtentwicklungsausschuss präsentiert und im Rahmen einer Bürgerveranstaltung erklärt und diskutiert. In rund einem Jahr soll dann ein Innenstadt-Rahmenplan von der Verwaltung erstellt und im Anschluss eine vertiefende Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden. „Ein Prozess, der nicht mal so hoppla hopp über die Bühne gehen wird“, sagt Susanne Lo Cicero-Marenberg in die Zukunft schauend.

„Ob es dann kleine Lösungsschritte oder eine große Lösung für die Planbereiche gibt, hängt auch vom möglichen Investor ab“, sagt Susanne Lo Cicero-Marenberg. Die zwölfköpfige Jury, die die studentischen Beiträge begutachtet hat, setzte sich aus Fachleuten der Verwaltung, der teilnehmenden Hochschulen und aus Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses zusammen.

Für die Politik waren das Heinrich Plum (SPD), Franz Brandt (CDU), Detlev Loosz (SPD) und Hartmut Malecha (Grüne). Auch die Professoren Dietmar Castro (FH Aachen), Jörg Leeser (FH Düsseldorf) und Rolf Westerheide (RWTH Aachen) begutachteten die Entwürfe und Modelle.

Für die Verwaltung warfen Bürgermeister Alfred Sonders, Erster Beigeordneter Ralf Kahlen, Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg und Renate Schaal, Fachgebietsleiterin Bauleitplanung, einen kritischen Blick auf die Ergebnisse.

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