Hygiene ist mehr als Sauberkeit: Fachtagung im MZ

Von: Fenja Ermsch
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Nur so können Infektionen verhindert werden: Absolute Sauberkeit ist im Krankenhaus ein unabdingbares Muss. Foto: ddp

Würselen. Einmal im Jahr organisiert das Medizinische Zentrum des Kreises Aachen Symposien zur Fort- und Weiterbildung für Fachkräfte. Dabei werden durch aktuelle Themen, die die Krankenhaushygiene betreffen, nicht nur deren Mitarbeiter angesprochen.

Rund 80 Hygienefachkräfte nahmen jüngst am 14. Symposium teil. Besucher stammen ebenso aus Krankenpflegeschulen, Altenheimen, ambulanten Pflegediensten. Weiterhin sind einige Privatpersonen vor Ort und von den Organisatoren auch gerne gesehen, die sich beispielsweise über Hygienemaßnahmen für familiäre Pflegefälle informieren. „Es ist uns wichtig, dass die Veranstaltung für die Öffentlichkeit zugänglich ist und dann freuen wir uns natürlich, wenn dieses Angebot auch wahrgenommen wird”, erklärt Organisatorin und Hygienefachkraft des Medizinischen Zentrums Marienhöhe Petra Schließauf.

Entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum der Symposien, orientiert an aktuellen Thematiken, die sowohl den Otto-Normal-Verbraucher als auch Fachkräfte ansprechen. In diesem Jahr konnten für die Fortbildung, die dank Sponsoren komplett kostenfrei angeboten wird, drei Referenten gewonnen werden, die etwa Antibiotika-Resistenzen und präoperative Haarentfernung sprachen. Der akute Bedarf, Hygienemaßnahmen zu thematisieren, wird anhand der Vortragszahlen und -bilder deutlich. So werden beispielsweise durch mangelnde Hygiene im Krankenhäusern über die Hände des Fachpersonals 90 Prozent der Nasokomialen Staphylokokken-Infektion übertragen. „Hygiene war und ist auch heute noch immer ein Stiefkind”, weiß Dörte Lübke, Hygienefachkraft des Medizinischen Zentrums Bardenbergs und ebenfalls Organisatorin. Dabei ist Hygiene einer der wichtigsten Aspekte in Krankenhaus und Pflege und bedeutet mehr als nur Sauberkeit. „Krankenhaushygiene steht vielmehr für die Vorsorge, die sich mit der Erkennung, Verhütung und Bekämpfung aller im Krankenhaus auftretenden Ursachen für eine Gesundheitsbeeinträchtigung von Patienten und Personal befasst”, sagt Ingo M. Krüger, Ärztlicher Direktor des MZ.

Leider werden Hygienevorschiften auch heute noch von zu vielen Mitarbeitern für nebensächlich und unwichtig gehalten. Die Negativ-Statistiken beweisen das, was jeder bei nicht-hygienischen Zuständen oder Wegfall von hygienischen Maßnahmen vermutet: durch Bakterien oder Verletzungen infizierte Patienten oder Folgeerkrankungen durch beispielsweise nicht sterile Instrumente. „All das bedeutet mehr Leid für den Patienten”, macht Referent und Pflegedienstleiter der Uniklinik Düsseldorf, Achim Storm. deutlich. „Und abgesehen davon entstehen für das Krankenhaus enorme Folgekosten. Im schlimmsten Fall kann sogar die Schließung einer Einrichtung drohen.”

Die Hygienefachkräfte des Kreises Aachen wollen all dies nicht. Sie verstehen ihre Arbeit als einen wesentlichen Bestandteil für Patienten und auch für ihren Arbeitgeber. „Es ist unsere Pflicht, Patienten die bestmögliche Hygiene zu gewährleisten”, sagt Linda Herzog, die bei einem ambulanten Pflegedienst tätig ist.
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