Hundehaufen verderben dem Landwirt die Heuernte

Von: -ks-
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Keine Toilette für Vierbeiner: Hundehalter im Volkspark Merkstein werden angehalten, die Tüten-Box zu nutzen. Foto: Karl Stüber

Herzogenrath. Im Streit um den Zugang für Hundehalter zu einer Wiese am Volkspark Merkstein gibt es jetzt Klarheit. Mittlerweile war nach mehreren Versuchen der Kontaktnahme ein Mitglied der Familie des Pächters, eines Landwirts, erreichbar. Nicht etwa ein erboster Nachbar – wie von einem Hundebesitzer dargestellt –, sondern der Pächter selbst hat die Wiese abgesperrt, um die Vierbeiner und deren (Nicht-)Leinenführer fernzuhalten.

Der Grund: Durch die vielen Hundehaufen dort sei es nicht mehr möglich gewesen, die Heuernte für Pferde zu verwenden. Das hätte die Gesundheit der Tiere aufs Spiel gesetzt.

Ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, meldete sich bei der Lokalredaktion und sagte, dass die Ansprache von Hundebesitzern, doch bitte nicht ihre Tiere auf die Wiese zu lassen, weil die Exkremente dort liegen blieben, leider nichts gebracht habe. Es sei zu beobachten gewesen, dass Mütter mit ihren Kindern, die auf der Wiese mit einer Decke lagern wollten, um die Sonne zu genießen, erst einmal „Minen suchen mussten“. Auch auf der Straße und im nahen Volkspark seien Hinweise, doch bitte die Verdauungsprodukte der Vierbeiner einzutüten, ignoriert worden. Eine Antwort sei gewesen, man würde ja schließlich Hundesteuer bezahlen.

Probleme mit Tüten für Kot

Hundehalter Peter Mackoviak ist um Versachlichung der Debatte bemüht. Er verweist darauf, dass in der Stadt Herzogenrath dringend Hundewiesen benötigt werden, wie es sie im benachbarten niederländischen Kerkrade bereits gibt. Das habe er bereits gegenüber Bürgermeister Christoph von den Driesch angeregt. Grund sei, dass Herzogenrath von Naturschutzgebieten umgeben sei, so dass Hundebesitzer dort ihre Tiere unangeleint ausführen dürften. Wiesen dort seien unter Aspekten des Landschafts- und Naturschutzes gesperrt worden. Mackoviak mutmaßte zudem, dass die Verwaltung die Hundetütenboxen im Stadtgebiet nicht mehr befüllen lasse, weil Leute immer wieder die Tüten herauszuziehen und verstreuen.

Technischer Beigeordneter Ragnar Migenda sagte auf Nachfrage, dass die Stadt in der Tat auch auf Anregung aus Reihen der Politik daran arbeite, in den Stadtteilen entsprechende Freilaufflächen einzurichten. Dies müsse man aber vor dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten sehen. „Dieses Vorhaben wird aber deshalb nicht in der Schublade verschwinden“, sagte Migenda.

Der Technische Beigeordnete bestätigte, dass es hin und wieder Probleme mit den Boxen für Kot-Tüten gebe, weil mit dem Inhalt Unsinn gemacht werde. Es stimme aber nicht, dass die Boxen im Stadtgebiet deshalb gar nicht mehr nachgefüllt werden.

Der Pächter der Wiese, der bald dort wieder Pferde weiden lassen wolle, habe zugesagt, Stacheldraht durch Glattdraht zu ersetzen. Die Stadt Herzogenrath werde ihrerseits den Stacheldraht, der den Volkspark von der Wiese abtrenne, durch Glattdraht ersetzen.

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