Hügelstraße: Alle Linden kommen weg

Von: Stefan Schaum
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Viel Laub liegt dieser Tage auf den Wegen: Darüber hatten Anwohner der Hügelstraße seit Jahren geklagt. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Wenn in wenigen Tagen die Baumfäller anrücken, wird wohl so mancher in der Hügelstraße kräftig durchatmen. Gut 15 Jahre lang waren Anwohner immer wieder auf die Barrikaden gegangen und hatten lautstark die Beseitigung der Linden gefordert, die ihrer Meinung nach zu viel Laub und Schatten warfen. Der Protest blieb vergeblich.

Denn gesunde, große Bäume einfach so zu fällen – das erlaubt die Baumschutzsatzung nicht. Jetzt sieht das anders aus: Denn laut jüngstem Gutachten sind die Bäume wohl krank – und nicht mehr standsicher.

Zwölf Linden stehen noch, zwei sind im November 2013 gefällt worden, nachdem Pilzbefall und Wurzelfäule festgestellt worden waren. Jüngst war erneut ein Gutachter vor Ort und hat „Zugversuche“ gemacht. Mit einer Maschine wurden vier der Bäume einer Belastung ausgesetzt, wie sie sie etwa bei starken Winden zu ertragen hätten.

Ergebnis: Die Wurzeln halten die Stämme nicht mehr sicher genug im Boden. Ob auch hier ein Pilzbefall die Ursache ist, ist zwar noch nicht geklärt – doch wird das letztlich Nebensache sein. Was zählt, ist das Fazit des Gutachtens: Wegen der erheblichen Beeinträchtigung der Standsicherheit wird eine kurzfristige Fällung aller Linden empfohlen! Kurzfristig heißt in dem Fall: binnen sechs Wochen.

Dieser Empfehlung entsprach jetzt der Bau- und Planungsausschuss mit den Stimmen von CDU und SPD. Man könne doch die öffentliche Sicherheit nicht gefährden, hieß es unisono. Nicht einstimmen wollten die Grünen und die Linke. Für letztere wunderte sich Marika Jungblut darüber, „warum eine Untersuchung an nur vier Bäumen sich auf den kompletten Bestand von zwölf Bäumen auswirkt?“

Könnte heißen: Ob die Verwaltung letztlich gar nicht unglücklich darüber war, gleich alle Bäume abräumen zu können, damit endlich Ruhe in der Hügelstraße ist? Dieser Verdacht mag auch den Grünen Rolf Beckers umgetrieben haben: „Die Bäume haben schließlich auch die heftigen Stürme im vergangenen Jahr ausgehalten!“ Doch trotzen sie auch dem nächsten Unwetter? Das mochte der Technische Beigeordnete Peter Strauch nicht abwarten: „Diese Empfehlung hat ein Sachverständiger ausgesprochen. Ich gehe mal davon aus, dass der weiß, was er tut!“

Aus der Hügelstraße selbst war am Tag nach dem Ausschuss großer Zuspruch vernehmbar. In Windeseile hatte sich dort der Beschluss, die Bäume zu fällen, herumgesprochen. Bestätigt fühlen sie sich dort. „Die Bäume sind so gefährlich, wie wir es immer gesagt haben“, meinte einer. Dass es Ersatzpflanzungen geben soll, kritisiert dort niemand. Angedacht sind seitens der Stadt 14 kleinkronige Kugelahornbäume. Bei deren Standorten wollen die Leute aus der Hügelstraße allerdings ein Wörtchen mitreden. Damit neue Bäume nicht wie die alten zum Teil die Zufahrten blockieren, heißt es.

Auch Peter Strauch sagt, dass gemeinsam mit den Anwohnern geplant werden soll. „Neue Bäume auf den Flächen der alten sind zwar angedacht, aber wir sind auch flexibel genug, um ein paar Meter zur Seite abweichen zu können.“ Wenn die Linden gefällt sind, soll zunächst der Bauhof anrücken und die Gehwege aufmöbeln. Die starken Wurzeln der Bäume hatten vielerorts die Wegflächen angehoben und für teils heftige Dellen gesorgt.

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