„Hospiz macht Schule”: Den Tod aus der Tabuzone holen

Von: Ilona Rütten-Sieben
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Hospiz macht Schule: Die ehrenamtlichen Hospizhelfer aus Düren knüpfen mit den Grundschulkindern ein Band des Vertrauens. Repro: Rütten

Alsdorf. Irgendwie haben die meisten Kinder schon mit dem Tod zu tun gehabt. Das Haustier ist gestorben, die Oma eines Klassenkameraden - oder sogar die eigene. In den Nachrichten werden Bilder über Krieg, Tod und Zerstörung gezeigt. Das Thema Sterben, Tod und Trauer hat viele Gesichter, aber ist im Umgang mit Kindern oft ein Tabu.

Im Zuge eines Bundesmodellprogramms hat die Hospizbewegung Düren jetzt in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz eine Projektwoche zum Thema Tod und Sterben für Grundschulkinder entwickelt.

„Hospiz macht Schule” hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder mit Trauer nicht allein zu lassen, sondern ihnen in geschütztem Rahmen die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen und beantwortet zu bekommen.

Bettina Hagedorn, Koordinatorin des Hospiz- und Palliativdienstes Düren und ehrenamtliche Mitarbeiterin des Projekts, stellte dieses jetzt mit ihren Mitstreitern im Hospizforum Alsdorf vor.

Der Hospizdienst St. Anna und die Familienbildungsstätte Helene-Weber-Haus bieten mit diesem Forum die Möglichkeit, sich in Vortrag und Austausch mit Tod und Trauer auseinander zu setzten.

Auch Bärbel Heutgens, Klassenlehrerin der 4b an der Hermann-Josef-Grundschule in Hoengen, ist begeistert vom Engagement der Hospizmitarbeiter und möchte „Hospiz macht Schule” auch in ihrer Klasse verwirklichen.

Für die Mitarbeiter des Hospizdienstes St. Anna in Hoengen ist dies dann eine Premiere. Sie haben sich schulen lassen und bieten erstmalig eine solche Projektwoche an.

Bereits betroffen

„Leben und Sterben sind miteinander verbunden. Je früher man sich damit auseinander setzt, desto eher besteht die Möglichkeit, Ängste abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen”, sagt Bettina Hagedorn.

Vor den bisherigen Aktionen in den Grundschulen waren insgesamt 243 Kinder nach ihren Erfahrungen mit Tod und Sterben befragt worden. 89 Prozent von ihnen waren auf die ein oder andere Art bereits von der Thematik betroffen.
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