Holzkohlegrill in Wohnung angezündet: Fünf Verletzte

Von: bea
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Fünf Familienmitglieder, darunter zwei Kinder, mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Roeger

Baesweiler-Setterich. Es war Rettung im letzten Moment: Großes Glück hatten drei Erwachsene und zwei Kinder, die am Montagabend an der Grünstraße in Setterich grillen wollten und so für ein Großaufgebot an Einsatzkräften sorgten. Weil es regnete, so berichtet Wehrführer Dieter Kettenhofen, hatten die Familie den Holzkohlegrill ins Innere des Hauses geholt.

Nach einer Weile stellten sie allgemeines Unwohlsein fest und alarmierten den Rettungsdienst. Die Wehr war schnell vor Ort und brachte unter Atemschutz die fünf Personen, darunter ein Kind im Säuglingsalter, ins Freie. Zudem wurden die Luftwerte gemessen, die eine erhöhte Konzentration an Kohlenmonoxid (CO) aufwiesen.

Entsprechend wurde der Rettungsdienst informiert und die fünf Hausbewohner in Rettungswagen zur Beobachtung in zwei Krankenhäuser gebracht. Auch der Notarzt war mit dem Rettungshubschrauber eingeflogen.

Die Feuerwehr warnt ausdrücklich vor den Gefahren. Jedes Jahr, so schätzen Experten, sterben in Deutschland rund 1000 Menschen an CO-Vergiftungen. Tendenz steigend, denn Grillen bei jedem Wetter ist ein Trend geworden. Doch auch bei geöffnetem Fenster oder in der offenen Garage können tödliche CO-Konzentrationen entstehen.

„Grillen im Gebäude ist lebensgefährlich“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Hollands auf Anfrage. Er warnt: „Das giftige Gas ist geruchs- und geschmacklos. Merken tut man es erst, wenn es seine schädliche Wirkung schon entfacht hat.“ Je kleiner der Raum, desto schneller ist das der Fall. Leichte Kopfschmerzen sind erste Anzeichen, dazu Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit – häufig als grippeähnliche Symptome interpretiert.

Pochende Kopfschmerzen folgen, Benommenheit, Verwirrung, Herzrasen, Bewusstlosigkeit und schließlich Herzversagen. „Im Schlaf hätte das schlimme Folgen haben können“, warnt Hollands. Denn die Opfer wachen normalerweise nicht auf.

Bei einer CO-Vergiftung ist das Gesicht des Opfers pink oder bleich mit hellroten Lippen. Zur Therapie kann eine Sauerstoffüberdruckbehandlung eingesetzt werden.

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