Holzeinschlag in Roda weit unter Limit

Von: Beatrix Oprée
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Negatives Gegenbeispiel: Der private Further Wald muss sich nach dem Kahlschlag durch seinen Besitzer wieder erholen. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. 1500 Festmeter wären im Sinne der Nachhaltigkeit möglich, aber nur 380 sollen eingeschlagen werden im kommenden Jahr im Herzogenrather Forst: Sechs Festmeter Eiche sollen es sein, 147 Festmeter Buche und andere Bäume mit hoher Umtriebszeit wie Esche, Bergahorn oder Kirsche, 142 Festmeter Fichte sowie 85 Festmeter Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit wie Roteiche, Birke, Roterle, Eberesche, Robinie und Rosskastanie.

Das im heimischen Wald geschlagene Holz bleibt zu 80 Prozent in Herzogenrath, wie Revierförster Herbert Koch bei der Beratung des Forstwirtschaftsplans für das kommende Jahr im Umwelt- und Planungsausschuss erläuterte. Fichtenstammholz, das relativ stark geschlagen wird, lande in der Sägeindustrie, die Würselener Firma Eigelshoven habe schon großen Bedarf angemeldet. Der Rest gehe in der Hauptsache als Brennholz an Herzogenrather Bürger – „Holz der kurzen Wege“ eben.

„Prinzipiell kein Widerspruch“

Trotz der verhältnismäßig geringen Einschlagmenge gab es Kritik in der Sitzung. Ohne Protokoll des Mitte Oktober zum Forstwirtschaftsplan einberufenen „Runden Tisches“ – mit Vertretern der örtlichen Naturschutzverbände, des Waldbauernverbandes, der Stadt und des Forstamtes –, so konstatierte Dr. Manfred Fleckenstein (SPD) im Schulterschluss mit Toni Ameis (Linke), sei die Gestaltungsmehrheit außerstande, einen Beschluss über das Vorhaben im Wald zu fassen. Obwohl alle Verbände Möglichkeit zu einer Stellungnahme hatten, lag nur ein Schreiben der AG Wurmtal mit drei Änderungswünschen bezüglich der Einschlagsorte vor (im Wurmtal bei Rumpen sowie im Floeßer Busch).

Ob andere Stellungnahmen überhaupt geschrieben worden seien, wollte Stefan Becker (CDU) wissen, und Reimund Billmann (CDU) wunderte sich, warum die Gestaltungsmehrheit das für sie Fehlende denn nicht rechtzeitig vor der Sitzung eingefordert habe …

Technischer Beigeordneter Ragnar Migenda sprang dem Forstamt schließlich mit deutlichen Worten zur Seite: Prinzipiell sei am Runden Tisch seitens der Umweltverbände kein Widerspruch geäußert worden. „Wir haben hier ein hervorragendes Arbeitspapier“, richtete er seinen persönlichen Dank an Herbert Koch und Dr. Gerd Krämer, den Leiter des Gemeindeforstamtes Aachen, das gemäß öffentlich-rechtlicher Vereinbarung die „forsttechnische Betriebsleitung“ in Herzogenrath wahrnimmt. Beide hielten sich an die „sehr hohen“ Kriterien des Naturschutzbundes (Nabu). Was Ausschussvorsitzender Dieter Gronowski (CDU) nur unterstrich: „Jemand Fachkompetenteren könnten wir hier nicht haben!“ Und Stefan Becker: „Es ist jedes Jahr dasselbe mit der Kritik“ – und die CDU halte stets dagegen.

Da, wie vom Forstamt dargelegt, zehn Prozent des Waldes naturwüchsig liegen bleiben, lenkte Becker den Blick darauf, hierfür doch die entsprechenden Ökopunkte einzufordern: „Viel Geld, das wir wieder in den Naturschutz stecken können.“ Wie weit denn die Verhandlungen darüber seien, die seinerzeit noch von Dezernent Rüdiger Staron angestoßen worden seien? Seitens der Städteregion gebe es dazu noch keine Antwort, legte Förster Koch dar.

An den Stadtrat erging letztlich die Empfehlung, dem Forstwirtschaftsplan für 2014 zuzustimmen.

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