Herzogenrath - Hoffnung auf große Beteiligung am Bürgervotum

Hoffnung auf große Beteiligung am Bürgervotum

Von: Beatrix Oprée
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Dort oben, auf Höhe der Aussichtsplattform soll es stehen: Kaplan Marc Zimmermann (rechts) und Erhard Lay vom Presbyterium der evangelischen Kirche in Merkstein hoffen auf ausreichende Zustimmung zu ihrem Vorschlag. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Ein Kreuz auf dem Kohlenberg in Merkstein ist das Ansinnen von Kaplan Marc Zimmermann, unterstützt von Erhard Lay vom Presbyterium der evangelischen Kirche in Merkstein. Beide sowie weitere Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises wurden jetzt Zeugen der besonderen Streitkultur im Stadtrat.

Einig in der Sache, nämlich die Entscheidung über die Errichtung eines christlichen Symbols auf der Bergehalde den Bürgern zu überlassen, wollten die Parteien mit ihrer Meinungsbildung dennoch nicht hinter dem Berg halten. Den Auftakt machte CDU-Ratsherr Dieter Gronowski mit einem Plädoyer für den hohen Stellenwert des christlichen Glaubens unter den Bergleuten.

Als Beweis zeigte er eine winzige Barbara-Figur, Schutzpatronin der Bergleute, wie sie zur Kohlezeit stets mit im Gepäck gewesen sei. Er erinnerte so an die großen Gefahren unter Tage. „Gibt es wirklich Gründe sich der Idee des Kreuzes zu widersetzen?”, sprach er dem Bürgervotum das Wort - mit dem Wunsch, dass sich möglichst viele Merksteiner beteiligen. Die Cousins Günter und Hartmut Prast (SPD), wie Gronowski einer Bergarbeiter-Familie entstammend, bestritten die hervorstechende Bedeutung des Christentums -Êzumindest für die Grube Adolf.

Termin im September

Günter Prast: „Die Merksteiner Halde ist von vielen Religionen aufgeschüttet worden. Und natürlich von Freidenkern wie unserem Großvater, der keiner Konfession angehörte.” Auch Dr. Joachim Helbig stellte in Frage, ob Dieter Gronowski für alle Bergleute gesprochen habe. Hartmut Prast betonte erneut, gegen jegliches Monument auf der Halde zu sein - bisher waren schon ein Ammonit und ein Windrad in Rede gewesen. Christoph Pontzen (FDP) prangerte indes an, dass die Politiker schon bei der Infoveranstaltung, zu der die Initiatoren der „Cross-on-Top”-Idee eingeladen hatten, meinungsmäßig vorgeprescht seien, anstatt die Bürger reden zu lassen. Für die angepeilte Merksteiner Bürgerversammlung mahnte er Zurückhaltung an.

Da die Politiker von Kaplan Zimmermann eingeladen worden seien, hätten sie sich auch äußeren dürfen, verteidigte Anne Fink (Grüne) die Dispute: „Die Bürger werden ihre eigene Meinung haben.” Und dann legte sie nach: nämlich dass die Gesellschaft immer bunter werde und der Kohleberg ein öffentlicher Platz sei: „Wenn ein Kreuz darauf steht, ist dann noch sichtbar, dass die Halde für alle da ist?”

Den September peilte Bürgermeister Christoph von den Driesch als Termin für die Bürgerversammlung an, auf die nun alle Parteien setzen.
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