„Höhner”: Kölner Kultband verzückt die Zuhörer

Von: eli
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Stimmungsvolles Konzert: Die Höhner spielten auf Burg Wilhelmstein. Foto: Elisa Zander

Würselen. Es dauerte keine zwei Lieder - dann standen die Zuschauer auf den Bänken der Burg Wilhelmstein, klatschten, sangen und tanzten. Die Kölner Kultgruppe „Höhner”, vielen meist bekannt aus dem rheinischen Karneval, verzückte das überwiegend weibliche Publikum im Handumdrehen.

Viele derer, die eine der begehrten Karten ergattert hatten, warteten bereits fünf Stunden vor Konzertbeginn darauf, dass die veranstaltende KG Au Ülle die Pforten öffnet. Seit zehn Jahren laden sie die Kölner ein, für zweieinhalb Stunden die Freilichtbühne der Burg mit ihren unverkennbaren Rhythmen zu beschallen.

Neue Songs und Klassiker

„Himmelhoch high” fühlen sich da die Damen, wenn Sänger Henning Krautmacher fragt „How do you do” und einige kommen der Aufforderung „Schenk mir dein Herz” nur zu gerne nach, schließlich haben sie erkannt, dass die Jungs auf der Bühne „Männer in den besten Jahren” sind. Die Lieder, vielerlei vom neuen Studioalbum „Himmel Hoch High”, können die Zuschauer natürlich nahezu ausnahmslos auswendig. Und sollte das mal nicht so sein, können sie von dem profitieren, was die Songs der sechs „Höhner” ausmacht: Zweimal gehört - schon ein Ohrwurm, der mitgesungen werden kann

Die Band braucht keine große Bühnenshow - sie sind Präsenz genug. Eine große Bereicherung für die Band ist außerdem der 2003 von der Band „Bap” zu den Höhner gewechselte Jens Streifling. Der unverkennbare „Höhner-Sound” profitiert von der Professionalität und dem Können des Multitalents, das Mandoline, Saxophon, Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeug, um nur einige Instrumente aufzuzählen, spielt.

Doch obwohl die Texte vor Frohsinn und Lebenslust strotzen, kann die Band auch ruhige und nachdenkliche Töne anschlagen. Insbesondere, wenn es um „Gulliver” geht. In der Überlebensstation für Obdachlose in den Bahnbögen am Hauptbahnhof erhalten die „Berber”, wie sie sich selber nennen, Mahlzeiten, können sich duschen und ihre Wäsche waschen. „Es ist toll Popularität in Solidarität umwandeln zu können”, sagen die Bandmitglieder. Schon im Jahr 1992 hat die Musikgruppe die Patenschaft für das Projekt übernommen und ihm das Lied „Alles verlore” geschenkt.

Auf dieser Grundlage, die Bedürftigkeit von Menschen nur zu gut zu kennen, haben sie den Nörglern Deutschlands das Lied „Fröher” gewidmet, in dem es heißt: „Fröher do wor einfach alles toll, do wore mir noch pünktlich jeden friedaach voll, fröher do jov et keine knies, fröher dat wor wie em paradis.”

Paradiesisch - das war das Konzert für die Höhner-Fans auf Burg Wilhelmstein in jedem Fall. Das lange Warten hatte sich gelohnt, Klassiker wie „Echte Frönde”, „Levveun levve losse” oder „Nemm mich su wie ich ben” durften während der stimmungsvollen Stunden nicht fehlen. Vier Zugaben gab es, bevor das Publikum die sechs pünktlich um 22 Uhr - das Ordnungsamt lässt grüßen - in den Feierabend entließ. Jedoch nicht, ohne ihnen das Versprechen abgenommen zu haben, wiederzukommen - und das in zweierlei Hinsicht: Erst zum Autogramme geben und Fotos machen, und dann zum nächsten Konzert. Der Termin steht mit dem 12. Juli 2011 bereits fest. Karten können bei den Mitgliedern der KG Au Ülle angefragt werden.
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