„Hochwertige Radwegeverbindung“ wird geschaffen

Von: Karl Stüber
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Auf festem Grund: Wie hier sollen die Radler auf der Route zwischen Aachen und Jülich über Asphalt rollen. Foto: imago/blickwinkel

Alsdorf. Autobahnen gibt es viele im Land, auf denen Autos und Lastwagen mehr oder weniger Stoßstange an Stoßstange rollen, mitunter aber auch zügig fahren können. „Autobahnen“ für Fahrradfahrer dagegen sind immer noch recht dünn gesät. Daher will die Städteregion die Radroute Aachen Jülich zu einer „hochwertigen überregionale Radverkehrsverbindung“ ausbauen.

Dieser „Radler-Schnellweg“ kreuzt auch das Stadtgebiet von Alsdorf. Das Optimieren der Radroute und das Schließen von Lücken will geregelt sein, weil es auch um Geld geht: Verwaltungsvereinbarung nennt man das – also Stadt Alsdorf und die Städteregion einigen sich. Das Gesamtprojekt kostet 4,8 Millionen Euro.

Die Städteregion muss davon eine Million übernehmen. Deren Wirtschaftsplan sieht vor, dass über 20 Jahre mit rund 75 000 Euro Abschreibung und Zinsen zu rechnen ist, wovon 35 000 Euro über die Kreisumlage finanziert werden – also auch die Stadt Alsdorf rechnerisch einen Teil beitragen muss. Fiktiv gerechnet – also unter der Voraussetzung, dass alle anderen Parameter der Kreisumlagenberechnung gleich bleiben – muss Alsdorf auf 20 Jahre 6000 Euro im Jahr berappen, wie zuletzt im Ausschuss für Stadtentwicklung zu erfahren war.

Das waren die Investitionskosten. Kommen wir zu den Unterhaltungskosten bzw. die Pflegearbeiten. Die will man durch Asphaltierung von bestimmten Abschnitten für die Stadt Alsdorf möglichst gering halten, ja senken. Zudem ja auch die Gummis der Räder besser auf festem Grund. Der Unterhalt nach Fertigstellung des Radwegs wird sich von bisher gut 52 000 Euro auf etwa 44 000 Euro reduzieren, wie von rauchenden Köpfen ermittelt wurde. „Schön“ gerechnet zieht die Verwaltung das Fazit: Der über die Kreisumlage zu leistende Beitrag der Kommune bei der Investition wird durch Einsparungen beim Unterhalt „mindestens“ kompensiert.

Die Planung sieht „eine konfliktfreie Führung für Fußgänger, Radfahrer und andere Nutzer“ vor. In der Diskussion sah hier der Radwegebeauftragte der Stadt Alsdorf, Oliver Schmidt-Schwan, ein Problem. Wird der Radweg durch landwirtschaftliche Fahrzeuge benutzt und so beschädigt? Der Radwegebeauftragte der Städteregion, Ralf Oswald, betonte, dass der Radweg so ausgebaut sein würde, dass er landwirtschaftlichen Verkehr (er-)tragen würde.

Matthias Feilen (SPD) fragte nach Möglichkeiten, landwirtschaftlichen Verkehr zu verhindern. Oswald riet von Pollern ab, an denen gerade bei Radlergruppen Pedalritter hängen bleiben könnten. Dagegen würde man die Art der Nutzung „beobachten“.

Hartmut Malecha (Grüne) hofft, dass nicht nur viele Freizeitfahrer, sondern auch viele Pendler den optimierten Radweg nutzen werden. Das setze doch voraus, dass Engpässe beseitigt werden. Oswald machte deutlich, dass durchaus Bäume gefällt werden müssten, „aber nur wenige“. Zudem sollten den Radlern möglichst Vorrang eingeräumt werden oder durch Brücken Konflikte mit Autotrassen vermieden werden.

Grundsätzlich soll der Radweg Aachen-Jülich eine Regelbreite von drei Metern haben. Da aber im Abschnitt Feldstraße bis zur Werner-von-Siemens-Straße auf einer Länge von 1,8 Kilometern mit höherem „Fußgängeraufkommen“ zu rechnen ist, soll dort zur Entflechtung die Ausbaubreite vier Meter betragen.

Die Querung L 164 (Dorfstraße) bei Ofden wird als nicht ausreichend sicher eingestuft. Deshalb soll eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Landstraße im Zuge der Bahntrasse errichtet werden. Dort hat laut Verwaltung früher bereits schon einmal eine Brücke gestanden.

Bezüglich der Querungen Feldstraße und Rosenstraße in Hoengen – beide Straßen liegen dort in einer Tempo-30-km/h-Zone – soll künftig der überregionale Radweg vorfahrtsberechtigt werden.

In den Zufahrten der Radroute zur Goethestraße (Hoengen) werden Mittelmarkierungen zur Trennung der beiden Fahrtrichtungen aufgebracht. Wartelinien werden für die Radfahrer die Pflicht zur Achtung der Vorfahrt (anderer) verdeutlichen, so die Planung.

Zugesichert wird grundsätzlich, dass die Radwegeplanung die Erhaltung eines Gleises sowie die Errichtung eines Haltepunkts der Euregiobahn im Bereich Mariagrube berücksichtigt. Dies erfolge im enger Abstimmung mit dem Nahverkehr Rheinland .

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