Hochsprunganlage an Oststraße zerstört

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Die Stabhochsprunganlage des Vereins DJK Elmar Kohlscheid auf dem Sportgelände an der Oststraße ist in der Nacht zum Samstag ein Raub der Flammen geworden. Auch eine Hochsprunganlage wurde beschädigt.

Wie DJK-Vorsitzender Dieter Tinnemann auf Anfrage unserer Zeitung sagte, rückte die Feuerwehr gegen 23 Uhr an. Aber die Stabhochsprunganlage war nicht mehr zu retten. „Es müssen Brandbeschleuniger eine Rolle gespielt haben, da die Matte nur schwer entflammbar ist und es an dem Abend auch noch regnete”, geht Tinnemann von Vorsatz aus. Gegenüber der Polizei, die am Abend den Einsatz der Feuerwehr begleitete, habe der Verein sogleich Anzeige erstattet.

Die nun zerstörte Sportanlage war erst im Herbst vergangenen Jahres in Betrieb genommen worden. Allein die Materialkosten zur Wiederherstellung schätzt Tinnemann auf insgesamt 15 000 Euro. Im letzten Jahr hatte die Stadt Herzogenrath die Anlage mit zwei Drittel der Kosten gefördert, den Rest brachte der Verein auf. Viel Eigenleistung hatten die Mitglieder in den Bau der Anlage gesteckt. Erst ein Wettkampf hatte dort abgehalten werden können.

Eigentlich sollte jetzt der Trainingsbetrieb aufgenommen werden. Rund 20 Sportler bilden den Kern der Stabhochspringer. Aber die Sprunganlage werde von vielen der insgesamt 300 jugendlichen Mitglieder genutzt, wie der Vorsitzende berichtete, so zum Beispiel im Rahmen von Mehrfach-Wettkämpfen. Zudem steht die Anlage zum Erwerb des Sportabzeichens zur Verfügung. Auch die VHS nutzt die Infrastruktur.

Ob nun die Aktiven wie vor dem Bau der eigenen Anlage auf Anlagen in Herzogenrath-Mitte und Würselen ausweichen können, muss schnell geklärt werden. Mit der Stadt Herzogenrath ist ebenso die versicherungsrechtliche Frage zu lösen, meint der Vorsitzende.

Bereits in der Nacht vom 30. April war auf den 1. Mai war die Stabhochsprunganlage beschädigt worden, berichtet der Vereinschef. Da sei die obere Schutzhülle zerschnitten worden, mit Auswirkungen auf die darunterliegend Hauptmatte. „Jetzt ist die Anlage vollkommen zerstört”, bedauert Tinnemann. Wenngleich nun aus der Schutzfolie die Buchstaben TSV herausgeschnitten worden sind, sieht Tinnemann als Motiv keine Rivalität zu Alemannia Aachen, wo ebenfalls Hochspringen betrieben werde. Er selbst habe mal diesem Verein einmal angehört. Zudem habe man Teile von der Alemannia für die DJK-Anlage bekommen. Der DJK-Verantwortliche geht auch nicht von einer politisch motivierten Straftat aus, sondern von Vandalismus.

Die Sportanlage sei offenbar ein bevorzugter Treff, wahrscheinlich vornehmlich Jugendlicher, mutmaßt er. Immer wieder seien leere und zerbrochene Flaschen gefunden worden.

Auch Lutz Goebbels, Vorsitzendes Sportvereins Kohlscheider BC, geht auf Anfrage unserer Zeitung bis auf den Beweis des Gegenteils nicht von einer politisch oder gar rechtsextremistisch motivierten Straftat aus. Das Feuer war nur wenige Stunden nach Ende der Veranstaltung „Kein Platz für Rassismus und Gewalt: Sportler gegen Rechts”, die im Schulzentrum stattfand, ausgebrochen. Goebbels hatte dort im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Neonazis im Sport(-verein)” teilgenommen und sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert.

Im Verein waren zuletzt im Nachwuchsbereich Jugendliche mit rechtsextremistischen Hintergrund aufgefallen. Ein einschlägig positionierter junger Mann hatte versucht, im Vereinsheim an der Sportanlage Oststraße seinen Geburtstag zu feiern (wir berichteten). Goebbels berichtete wie Tinnemann von Vandalismus bereits in der Mainacht. Da sei ein Fußballtor zerstört und das Netz zerschnitten worden.

Feuerwehrsprecher Thomas Hendriks sagte, seitens der um 23.18 Uhr alarmierten Feuerwehr sei der Einsatz als „Kleinfeuer” eingestuft worden. Die Hauptwache und der Löschzug Kohlscheid seien mit 23 Einsatzkräften vor Ort gewesen.

Seitens der Leitstelle der Polizei war am Sonntag zu erfahren, dass es im Zusammenhang mit dem Feuer auf dem Sportplatz bislang keine Festnahme gegeben habe.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert