Würselen - Hochschule in der Nazi-Zeit im Fokus

Hochschule in der Nazi-Zeit im Fokus

Von: ehg
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Würselen. Auch in 2015 erinnert der jüdisch-christliche Arbeitskreis Würselen mit einer Veranstaltungsreihe an den Jahrestag der Pogromnacht am 9. November 1938.

Im Fokus des diesjährigen Gedenkens stehen Wissenschaftler, die zur Nazi-Zeit (1933 bis 1945) verfolgt, vertrieben und ermordet worden sind. Beginnend mit Aktionen zur Bücherverbrennung breitete sich der braune Geist des Nationalsozialismus an den deutschen Universitäten recht zügig aus.

Von angesehenen Institutsleitern bis zu wissenschaftlichen Mitarbeitern, jedermann jüdischer Herkunft oder anders denkend hat Amtsenthebungen, Kündigungen, öffentliche Schikanen, Denunziationen und schließlich Deportationen in den Tod zu spüren bekommen. Manchen gelang es, sich ins Ausland abzusetzen, wo sie ihre wissenschaftlichen Karrieren aufs Neue aufbauen mussten. Als Folge derartiger nationalsozialistischer Wissenschaftspolitik blutete die Forschungslandschaft hierzulande zusehends aus.

In einer Podiumsdiskussion, die am Dienstag, 3. November, um 19 Uhr im Alten Rathaus stattfindet, wird dieses Phänomen am Beispiel der RWTH Aachen aufgearbeitet werden. Referenten sind Dr. Werner Tschacher (RWTH Aachen), Dr. Richard Kuhl (Universität Tübingen) und Dr. Stefan Krebs (Universität Luxemburg). Die Moderation übernimmt Dr. Vladimir Shikhman (Université catholique de Louvain).

Die Besucher erwarten unter dem Leitgedanken „Ich diente nur der Technik“ Kurzberichte von Wissenschaftlern, die ihren Schwerpunkt in der Erforschung der Aachener Universitätsgeschichte zur Nazi-Zeit haben. Insbesondere werden sie auf die Rolle der Medizin im und für den NS-Staat eingehen.

Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen im universitären Bereich nach 1945 wird nicht minder thematisiert werden. Am Montag, 9. November, gedenkt der Jüdisch-Christliche Arbeitskreis in der Kirche St. Sebastian aller Opfer der nationalsozialistischen Gräuelherrschaft. Exemplarisch werden Schicksale einiger aus Deutschland vertriebener Wissenschaftler dargestellt, die von Hanna Arendt, Theodore Kármán und Erich Fromm. Das Gedenken wird von Orgelmusik umrahmt.

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