„Orgelklang und Flötenzauber“ in St. Sebastian in Würselen

Hochkarätiges Konzert im „Dom“ zu Würselen

Von: ehg
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Würselen. Musik für Orgel verbindet man üblicherweise mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Louis Vierne und Charles-Marie Widor sowie mit Musik aus Barock und Romantik, mit Traditionellem und Bewährtem. Dass Werke auch anders ausfallen können, das demonstrierte das Duo „Orgelklang und Flötenzauber“ mit Hans-André-Stamm (Orgel) und Andrea Will (Flöte und Piccoloflöten), das auf Einladung des Fördervereins Kirchenmusik zum zweiten Mal ein hochkarätiges Konzert im „Dom“ zu Würselen gab.

Pfarrer Rainer Gattys begrüßte die beiden Virtuosen, aber auch die zahlreichen erwartungsvoll gestimmten Besucher herzlich. Bereits in seinem Grußwort wies er auf die Besonderheiten der Programmfolge hin. Enthielt sie doch eine Reihe von Hans-André Stamm, der künstlerisches Orgelspiel in Lüttich und Düsseldorf studierte, komponierte und arrangierte Stücke. Sie schlugen mitreißend, melodiös und einprägsam, ohne einfach zu sein, mit interessanten Rhythmen und ungewöhnlichen Klangfarben die Konzertbesucher in den Bann.

Eigene Kompositionen

Den charakteristischen Beitrag zum Klangbild leistete die Piccoloflöte mit ihrer warmen tiefen Lage und ihrem tragenden, brillanten Ton in der Höhe. Für einen großen Abend mit dem Duo war die Kirche gerichtet, der Altarraum in stimmungsvolles Licht getaucht.

In das Konzerterlebnis stimmte der Organist mit zwei eigenen Kompositionen ein, mit „Fantasia Cilena“ und „The Joyful Biri“. Vogelstimmen erfüllten beim zweiten Stück den Kirchenraum. Als Kontrast dazu intonierte Stamm die Sinfonia D-Dur aus der Kantate Nr. 29 von Johann Sebastian Bach. Einen weiteren kontrastreichen Bogen schlug das Duo mit der Eigenkomposition „The Chirpy Whistle“ und „Turlough O‘ Carolan“ von Sheebert & Sheemore zur Romantik.

Es erklang von Maurice Ravel „Pavane pour une Infante defunte“. Den zeitgenössischen Komponisten John Rutter ließ das Duo mit „Waltz“ und „Ostinato“ aus der „Suite Antique“ glanzvoll zu Wort kommen. Mehr als ein Dutzend fantastischer und kontrastreicher Werke boten die beiden Ausnahmemusiker dar. Ihre Virtuosität stellte die Flötistin Andrea Will bei „Gabriel‘s Oboe“ vom Zeitgenossen Ennio Morricone unter Beweis.

Einen Abstecher machte das Duo „Orgelklang und Flötenzauber“ zu außereuropäischen Kulturen, in dem sie „Salsamania“, und „Toccata alla Salsa“, zwei weitere Eigenkompositionen, aber auch die arrangierte irische Volksweise „Gartan Mother´s Lullaby“ zu Gehör brachte. Die atemberaubende Technik ließ bei einigen Passagen für Augenblicke den Atem stocken. Von den Klangfarben der Eule-Orgel herausfordert, verhallten feine Details in Stamms Orgelsoli „Toccata gaelicia“ und „Rondo ala latina“.

Die spezielle Registrierung sorgte für einen Rausch der Töne. Die rundum begeisterten Konzertbesucher spendeten den beiden Virtuosen lang anhaltenden Applaus. Herzlich bedankte sich der neue Vorsitzende des Fördervereins, Hubert Wickerath, bei den beiden begnadeten Musikern. Er würdigte vor der geforderten bereitwillig gewährten Zugabe die Verdienste seines Vorgängers, Hermann Jörissen, eines Mannes der ersten Stunde.

Interessantes Konzertjahr

Er war es, der den Förderkreis Orgelbau in den Förderverein Kirchenmusik überführt hatte, nachdem die Finanzierung der Eule-Orgel gesichert war. Mit „Orgelklang und Flötenzauber“ wurde der Schlusspunkt unter ein interessantes Konzertjahr gesetzt. Darin waren sich alle Besucher beim Umtrunk unter der Orgelempore oder auf dem anschließenden Heimweg einig.

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