Würselen - Historischer Grenzstein an den Heimatverein Bardenberg übergeben

Historischer Grenzstein an den Heimatverein Bardenberg übergeben

Von: ro
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Hubert Pastor übergab den Grenzstein: Bürgermeister Werner Breuer (2.v.l.), Vorsitzender des Heimatvereins Bardenberg, nahm die Urkunde entgegen. Foto: Sevenich

Würselen. Hubert Pastor vom Heimatverein Bardenberg übergab der Stadt Würselen jetzt ein wertvolles Geschenk: Einen historischen Grenzstein, der einst die Kohlefelder Ath und Furth abgrenzte.

Neuer Standort dieser damals wichtigen Grenzmarkierung ist vor dem Haus Im Grötchen 35. Hubert Pastor informierte über die Bedeutung: „Nach dem Grenzstein vor dem Krankenhaus und dem auf dem Alten Schulhof ist dies der dritte Stein, der uns an einen wesentlichen Teil der Bardenberger Ortsgeschichte erinnert: den Bergbau, der den Bardenbergern über Jahrhunderte Arbeit und Brot gegeben hat.”

Fund im Wurmtal

Er stammt aus dem Jahre 1806, einer Zeit, in der durch Napoleon der so genannte Eigentümer-Bergbau gerade abgeschafft war. „Das bedeutete, dass jeder die Kohle, die unter seinem Grund und Boden lag, fördern konnte. Dies war zum Teil in Bardenberg mit einfachen Mitteln wie etwa Schaufel und Schubkarre möglich, da die Kohleflöze bis an die Erdoberfläche reichten”, erklärte Pastor.

Das neue Bergrecht ließ dies nun nicht mehr zu, „sondern es gehörte nun alles, was gefördert wurde, der Nation”. Parallel war das industrielle Förder-Zeitalter angebrochen, in dem Bergwerksgesellschaften die Kohle förderten.

„Da entstand nun die Notwendigkeit, die Kohlefelder gegeneinander abzugrenzen. Das tat man durch oberirdisches Aufstellen von Grenzsteinen, hier konkret den Steinen, die die Fördergrenze zwischen den bedeutendsten Gruben Bardenbergs, Ath und Furth, absteckten. Sie standen auf einer Linie, die vom Krankenhausgelände über den Alten Schulhof bis zu einem alten Wurmarm reichte und unter dem jetzigen Standort des Steines verlief”, sagte Pastor.

Den nunmehr dritten Grenzstein haben er und seine Frau nach einer Zeichnung aus der Franzosenzeit im Wurmtal gesucht und gefunden. Hubert Pastor: „Der Stein lag umgestürzt unter Erde und Gras versteckt, ragte nur mit einer Ecke aus seinem Versteck hervor.”

Bürgermeister Werner Breuer, seit wenigen Wochen neuer Vorsitzender des Bardenberger Heimatvereins, nahm das für die Bardenberger Heimatgeschichte wertvolle Objekt dankend in Empfang.

Der Stein wurde nach dem Fund im Wurmtal aufwendig restauriert und mit Hilfe der KDW Würselen aufgestellt. Eine Tafel weist auf die Bedeutung des Steines hin.

Ein herzlicher Dank galt dem Betriebsleiter der KDW, Franz-Josef Mahr, und seinen Mitarbeitern für ihre Mithilfe. Die Hinweistafel gestaltete Formermeister Peter Debye aus Weiden, der auch bereits die Tafeln am Jeel-Puet-Denkmal, Spiel-ohne-Grenzen-Denkmal sowie die Hinweisschilder an den beiden anderen Grenzsteinen angefertigt hatte.
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