Hilfe des Jugendamts wird stark in Anspruch genommen

Von: vm
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Alsdorf. Der seit Jahren feststellbare Trend des Anstiegs der sogenannten Hilfen zur Erziehung sei kein Alsdorfer Phänomen, sondern bundesweit feststellbar, sagte Michael Raida vom Jugendamt der Stadt im jüngsten Jugendhilfeausschuss.

Auch wenn im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, bewegt sich das Engagement des Jugendamts für Familien, die aus welchen Gründen auch immer mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, auf hohem Niveau.

Im vierten Quartal 2016 wurde in 430 Fällen Hilfestellung geleistet, zusätzlich fand in 265 Fällen eine formlose Betreuung durch den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) statt. In den Hilfen zur Erziehung bearbeitet jeder Mitarbeiter des Jugendamts 30 bis 35 Fälle, sagte Amtsleiter Herbert Heinrichs.

Im genannten Quartal mussten 57 Kinder in Heimen untergebracht werden, was sich immer schwieriger gestaltet, wie das Jugendamt mitteilte. „Wir haben 44 Prozent Abbrüche. Das ist ein massives Problem“, sagte Raida.

Die Plätze sind rar gesät, so könnten sich Heime die Kinder und Jugendlichen aussuchen. Bevorzugt würden die problemlosere Fälle. Und die schwereren Fälle würden dann zum Teil auch sehr kurzfristig innerhalb von wenigen Tagen ans Jugendamt zurücküberstellt.

Das stehe dann vor der Herausforderung, kurzfristig eine neue Unterbringung zu finden. In diesem Zusammenhang appellierte das Jugendamt erneut an alle Bürger, sich zu melden, wenn man bereit ist, ein Kind aufzunehmen. Für die Kinder und Jugendlichen mit größeren Schwierigkeiten werden permanent neue, sogenannte Profi-Eltern gesucht, von denen ein Elternteil eine pädagogische Ausbildung genossen hat. Für andere „normale“ Pflegeeltern, die aber ebenfalls vom Jugendamt begleitet werden.

79 Kinder und Jugendliche leben derzeit in Pflegefamilien beziehungsweise Erziehungsstellen.

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge beläuft sich in Alsdorf aktuell auf 23, davon leben acht in Pflegefamilien, zehn im Clearinghaus und fünf in eigenen Wohnungen. Vorhalten muss Alsdorf aufgrund des an die Einwohnerzahl gekoppelten Schlüssels 35 freie Plätze für diese Gruppe.

Ende 2016 wurden außerdem Fälle gezählt, in denen Mutter-Kind-Unterbringungen oder Unterbringungen von schwerst psychisch oder suizidal kranken Kindern notwendig waren.

Überdies gingen beim Jugendamt 50 Meldungen über mögliche Kindeswohlgefährdungen ein. In elf Fällen mussten vorläufige Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Gründe für gemeldete Kindeswohlgefährdungen und Inobhutnahmen waren unter anderem Räumungsklagen, desolate Wohnverhältnisse, (Sucht-)Erkrankungen der Eltern oder häusliche Gewalt. Gemeldet wurden solche Fälle nicht nur von Nachbarn, Verwandten oder der Schule, sondern auch von Energieversorgern, der ARGE oder Beratungsstellen.

In etwa 41 Fällen leistete das Jugendamt Unterstützung im Rahmen von Eingliederungshilfen. Also wenn etwa eine Lese-, Recht- schreib- oder Rechenschwäche vorlag. In diesem Zusammenhang wurden auch 20 autistische Kinder betreut.

Ebenfalls im Ausschuss am vergangenen Dienstag vorgestellt wurde bereits der Haushaltsentwurf für die Jugendhilfe 2017. Wie in anderen Bereichen auch, sprach sich die CDU-Fraktion aber dafür aus, über die einzelnen Etats erst dann zu beraten, wenn der Gesamtetat vorliegt.

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