Würselen - „Hier verschwand ein Nazi-Aufkleber...”: Bürger beseitigen Parolen

„Hier verschwand ein Nazi-Aufkleber...”: Bürger beseitigen Parolen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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„Hier verschwand ein Nazi-Aufkleder... denn sowas braucht kein Mensch”: (v.l.) Jürgen Hohlfeld, Vorsitzender der Tafel, Ursula Best vom Arbeitskreis „Kein Vergessen”, Dr. Ansgar Klein von der Würselener Initiative für den Frieden, Susanne Hendeß und Bürgermeister Arno Nelles überklebten Propaganda. Foto: Stenzel-Zenner

Würselen. „Wir müssen Gesicht zeigen.” Jürgen Hohlfeld, Vorsitzender der Tafel, hatte mit großer Empörung gesehen, dass die NPD in Würselen an zahlreichen Laternenpfählen ausländerfeindliche Aufkleber aufgeklebt hat.

Insbesondere in Wohngebieten mit türkischer Bevölkerung wie in der Marienstraße, der Barbarastraße und der Annastraße, aber auch direkt vor der Würselener Tafel in der Klosterstraße, klebten an Laternen Aufkleber, auf denen ein Foto türkischer Frauen, von hinten aufgenommen, mit dem Aufdruck „Gute Heimriese” zu sehen war. Jetzt sind die Aufkleber weg.

Entweder wurden sie entfernt oder ein anderer Aufkleber ist darüber geklebt: „Hier verschwand ein Nazi-Aufkleber... denn so was braucht kein Mensch!”, ist nun zu lesen. „Gerade hatten hunderte Würselener Familien für die Kunden der Tafel gespendet. Gerade hatten wir die Weihnachtstüten an bedürftige Familie verteilt, als die Aufkleber auftauchten”, erzählte Hohlfeld, der ebenso wie andere Würselener weiß, „dass es bei uns keinen Platz für Rassismus gibt”.

Bürgermeister Arno Nelles stimmt zu und versichert, „dass Würselen eine weltoffene Stadt ist”. Gerade in der Düvelstadt würden ausländische Mitbürger sehr gut integriert, was sich unter anderem an der guten Zusammenarbeit mit der Islamischen Gemeinde festmachen lasse.

Gegen Rechts Position beziehen

„Die türkische Gemeinde ist offen für andere Menschen, für andere Religionen”, berichtete Vladimir Shvenner, der einen Fotozirkel in der türkischen Gemeinde geleitet hat. So schwärmte der Russland-Deutsche von dem Menschen: „Sie sind sehr freundlich und niemand hat ein Problem mit ihnen.” Täglich und immer könne in Würselen erlebt werden, wie verschiedene Nationen friedlich nebeneinander und miteinander lebten.

Angestoßen hatte Susanne Hendeß die nun öffentliche Überklebe-Protestaktion, bei der sich Prominente aus Würselener Vereinen zusammengeschlossen hatten. „Die Nazis verstehen sich als Stimme der schweigenden Mehrheit. Jeder Passant, jeder Bürger kann zeigen, dass das falsch ist, indem er gegen Rechts Position bezieht”, sagte die Würselenerin, die Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten - ist.
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