Hier soll es auch weiterhin heiß hergehen

Von: Holger Bubel
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Die Stammgäste können aufatm
Die Stammgäste können aufatmen: Auch zukünftig werden sie in geselliger Runde ihrem gesundheitsfördernden Hobby „Sauna im Luisenbad” nachgehen können. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Diese Nachricht bringt viele Gäste der städtischen Sauna im Luisenbad auch ohne 90-Grad-Hitze ins Schwitzen: Zum 1. August wird das Massageangebot (vorläufig) gestrichen.

Der langjährige Masseur, der auch mit der Saunaaufsicht beauftragt war - ein Bediensteter der Stadt - „konnte motiviert werden, sich auf freiwilliger Basis beruflich zu verändern”, bestätigt Stephan Spaltner, zuständiger Dezernent für Soziales, Jugend, Schulen und Sport in Alsdorf, auf Anfrage. In der Stadtverwaltung wird der Mitarbeiter in einer anderen Funktion weiterhin angestellt bleiben.

Aber: Bei den Saunagästen, die zum Teil bereits seit Jahrzehnten zum Schwitzen, Klönen und Entspannen die Einrichtung neben dem Hallenbad an der Luisenstraße besuchen, schrillen die Alarmglocken. Erst der Masseur und Saunameister, dann die Sauna selbst - befürchten manche nun deren Schließung. Auch, dass die Holzschnitzelanlage, die Hallenbad und Sauna mit Wärme versorgt, jüngst nach 15 Jahren ihren Geist aufgegeben hat, wird als schlechtes Zeichen gedeutet. Würde die Stadt noch investieren in eine vor der Schließung stehende Einrichtung? Zehnerkarten für die Sauna wurden bereits nur noch nach banger Nachfrage zum Fortbestand des Bades am Ticketautomaten gelöst. Und: Die Gäste sind mittlerweile darüber informiert, dass Massagen aus dem Angebot herausgenommen werden, Restkarten also noch „wegmassiert” werden müssen.

80.000 Euro Zuschuss jährlich

Dass das Luisenbad inklusive Sauna jährlich rote Zahlen schreibt, wird seitens der Stadtverwaltung nicht dementiert: „Knapp 600 000 Euro Betriebskostenzuschuss sind es im Jahr. Davon fallen rund 80 000 Euro auf den Betrieb der Sauna”, bestätigt Hubert Sieprath, Leiter Regiebetrieb Sport. Die Einnahmen durch die jährlich rund 4600 Besucher der Sauna reichen nicht annähernd, um die Kosten zu decken. Aber: „Kein Hallenbad und keine städtische Sauna wird alleine durch die Gäste-Einnahmen finanziell getragen”, verweist Sieprath etwa auf die Carolus-Thermen in Aachen, wo mit rund einer Millionen Euro ganz tief in die Subventionskasse gegriffen werden muss, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Wer ein Drittel der laufenden Kosten einnimmt, der hat schon gut gewirtschaftet”, sagt der Verwaltungsmann mit 30 Jahren Berufserfahrung alleine in seinem jetzigen Fachgebiet. So etwas wie zu seinem Dienstbeginn am 1. Januar 1982, als die Schwimmhalle in Hoengen geschlossen wurde, möchte Sieprath nicht noch einmal mitmachen.

Beruhigende Worte kommen aus dem Rathaus: „Es ist weder der politische Wille noch die Absicht der Verwaltung, das Hallenbad oder die Sauna zu schließen. Im Gegenteil, wir wollen deren beider Fortbestand”, erklärt Dezernent Stephan Spaltner. Er räumt ein, dass bei der aktuellen Haushaltslage der Stadt in jedem Jahr das Thema Schließung auf den Tisch kommt. „Aber alle städtischen Einrichtungen kommen dann auf den Tisch, werden analysiert und diskutiert. Das ist ganz normal”, sagt Spaltner.

Dass aus wirtschaftlichen Zwängen das Massageangebot nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte, macht er auch unmissverständlich klar: „Zumindest nicht als städtischer Service. Eine Privatisierung dieser Dienstleistung schließen wir aber nicht aus.” Festgelegte Zeiten, in denen ein privater Masseur seine Dienste im Saunabereich anbiete, seien etwa denkbar. Die Stadt ist bereits auf der Suche nach einem Kooperationspartner.

Vor dem Hintergrund schlechter finanzieller Voraussetzungen sind Politik und Verwaltung allerdings zum Handeln gezwungen. „Aber”, betont Sieprath noch einmal, „ehe wir schließen, werden wir neue wirtschaftliche Wege gehen.” Heißt: Bei einer gestrichenen Stelle beim Bäderpersonal wird es nicht bleiben, um die von den politischen Entscheidern geforderten 100.000 Euro Einsparung zu realisieren.

Weitere halbe Stelle fällt weg

Eine weitere halbe Stelle wird dem Rotstift zum Opfer fallen. Zudem werden die Öffnungszeiten von Bad und Sauna überarbeitet, erklärt Sieprath. Und auch die aktuellen Preise werden nach Aussage Spaltners auf Dauer nicht zu halten sein. Seit Jahresbeginn ist der Fachbereich Regiebetrieb Sport damit beauftragt, ein neues Finanzierungskonzept zu entwickeln, um die Einnahmen zu verbessern. Moderat soll es sein, stellt Hubert Sieprath in Aussicht. Wegen der Preise jedenfalls sollen die Saunagäste zukünftig nicht ins Schwitzen kommen, sondern auch weiterhin ausschließlich durch Dampf- oder Trockensauna.
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