Herzogenraths Anwohner irritiert über neue Beleuchtungsverhältnisse

Von: Beatrix Oprée
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Konzentriert auf Fahrbahn und Bürgersteig: Die Häuserreihe rechts ist ohne Eigenbeleuchtung indes nur noch schemenhaft zu erkennen. Für viele ist das gewöhnungsbedürftig. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Zehn Wochen war Monika M. nicht zu Hause. Als sie heimkehrte, hatte die Enwor die Straßenlaternen auch in ihrer Straße, der Waldstraße, ausgetauscht. „Seither brauche ich abends eine Taschenlampe, um auch nur zur Garage zu gehen“, sagt die 73-Jährige.

In der Tat ist es nach Einbruch der Dunkelheit „schattig“ geworden in der Straße, denn die neuen LED-Lampen erhellen nur Fahrbahn und Bürgersteig. „Das war vorher nicht so“, sagt M. „Da waren die Vorgärten mit beleuchtet, dazu die Streifen zwischen den Grundstücken.“ Wer nun als Autofahrer eine Hausnummer sucht, hat kaum eine Chance, etwas zu erkennen – vor allem für Rettungsdienste dürfte das ein Problem darstellen.

Frau M. hat einen Türspion, doch sobald sich die per Bewegungsmelder gesteuerte Außenlampe wieder ausschaltet, lasse sich nicht mehr erkennen, ob jemand regungslos davor steht, klagt die ältere Dame, die, seit einem Jahr verwitwet, alleine lebt. Und sich nicht mehr sicher fühlt – weswegen wir auch ihren vollen Namen nicht nennen: Daran dürfte entscheidenden Anteil haben, dass während ihres Urlaubs durch die Einliegerwohnung in ihr Haus eingebrochen worden ist.

„Am 7. oder 8. November muss das gewesen sein. Es gab Aufhebelversuche, schließlich haben die Täter die Scheibe eingeschlagen“, berichtet M. Einem Nachbarn sei dann aufgefallen, dass ein Fenster offenstand, er informierte deren Töchter und die Polizei. Die Einbrecher hatten alle Räume durchsucht, stahlen schließlich einen in einem Wäscheschrank versteckten Safe. In dem sich auch der Schlüssel fürs Bankschließfach befand, das in Folge kostenträchtig aufgebrochen werden musste.

Ob sie auch die neue Dunkelheit für den Einbruch verantwortlich macht? „Wer weiß?“, sagt M. „Genau kann man ja nicht sagen, zu welcher Tageszeit die Täter da waren.“ Auch seitens der Nachbarn habe es bereits Proteste gegeben, sagt Monika M. So ist ihr zumindest berichtet worden.

„Keine Beschwerden“

Aus dem genannten Gebiet lägen keine Beschwerden vor, teilt indes auf Nachfrage unserer Zeitung Enwor mit, der örtliche Energieversorger, der Herzogenraths Straßenlaternen – wie die in Würselen – im Jahr 2003 übernommen hat. Die Umrüstung im Bereich Waldstraße sei Mitte September erfolgt, die Umrüstung des gesamten Stadtgebiets wurde letztlich Mitte Dezember abgeschlossen.

Seitens Enwor wird betont: „Die Straßenbeleuchtung dient ausschließlich der Ausleuchtung der öffentlichen Verkehrsfläche.“ Mit der LED-Technik werde dies durch gezielte Auswahl der Lampenköpfe „sehr effektiv“ erreicht. Denn bei den neuen LED-Leuchten entfalle das sogenannte Verlustlicht, „was von den Anwohnern eventuell als Ausleuchten der Umgebung wahrgenommen worden war“.

Zu den Vorteilen der neuen Lampen stellt Enwor fest: Die bisherigen Hochdruck-Quecksilberdampfleuchten hätten 80 bis 125 Watt Leistung „abgezapft“, die neuen LED-Lampen im Gegensatz dazu nur noch 19 Watt. „Die Lichtausbeute verschlechtert sich dadurch nicht“, sagt Unternehmenssprecherin Ina Albersmeier.

186 Tonnen Kohlendioxid

Zusätzlich sei zu berücksichtigen, dass nach „Ökodesignrichtlinie“ der EU Hochdruck-Quecksilberdampfleuchten – sollten sie die neu vorgegebene Energieeffizienzklasse nicht mehr erreichen – auch keine CE-Kennzeichnung mehr mehr erhalten. Aus diesem Grund habe sich Enwor dazu entschieden, die Straßenlaternen nach und nach auf LED-Lampen umzurüsten. Für die neuen Leuchten seien die Befestigungen an den bisherigen Masten ausgetauscht worden. Zum Teil mussten die alten Befestigungen dazu mittels Trennschleifer entfernt werden.

Albersmeier: „In Herzogenrath werden durch diese Maßnahme 186 Tonnen Kohlendioxid eingespart.“ Und: „Die Energiekosten für die Stadt Herzogenrath werden ebenfalls gesenkt, was mittelbar auch dem Bürger zugutekommt.“

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