Herzogenrather Gymnasium wird Ganztagsschule

Von: Daniel Gerhards
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Jetzt kanns losgehen: (v.l.) Architekt Helmut Heuer, Bürgermeister Christoph von den Driesch, Schulleiter Reinhard Granz und Staatsekretär Günter Winands greifen zur Schaufel. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Jetzt können die Bagger anrollen. Mit dem ersten Spatenstich für die neue Mensa des Gymnasiums gaben die Verantwortlichen den „Startschuss” für die Bauarbeiten.

In elf Monaten sollen in dem eingeschossigen barrierefreien Gebäude täglich 500 bis 600 Essen ausgegeben werden. Auf 520 Quadratmetern wird es 250 Sitzplätze geben. Für Schulleiter Reinhard Granz ist die Mensa wichtiger Bestandteil einer modernen Schule: „Wir antworten damit auf die Aufgaben, die die Gesellschaft uns stellt. Die Schule muss Lern- und Lebensort werden.”

Das hat auch das Land Nordrhein-Westfalen erkannt. Mit der „Ganztagsoffensive” will das Ministerium für Schule und Weiterbildung die Betreuung von Schülern auch im Nachmittag fördern. Die Behörde habe sich vorgenommen „Gas zu geben und sich offensiv mit der Ganztagsthematik auseinanderzusetzen”, erklärte Bürgermeister Christoph von den Driesch.

„Das ist der leise Abschied vom Halbtagsgymnasium”, sagte Günter Winands, Staatssekretär im Schulministerium. Er berichtete, dass derzeit 1200 Schul-Mensen in NRW gebaut oder umgebaut werden. Jede zweite Schule baue an ihrer Mensa. „Das zeigt die Veränderung in der Gesellschaft”, stellte Winands heraus: „Eltern wollen die Chance, die die Ganztagsbetreuung bietet, nutzen.” Nicht nur in Großstädten, auch in mittelgroßen Städten bestehe wachsender Bedarf. Herzogenrath will in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht ins Hintertreffen geraten.

Standortfaktor

„Die schulische Ganztagsbetreuung wird immer mehr zu einem entscheidenden Standortfaktor”, sagte von den Driesch. Das mache sich bei der Ansiedlung von Unternehmen und dem Zuzug junger Familien bemerkbar. Die Ganztagsschule gibt es allerdings nicht kostenlos. 2,1 Millionen Euro soll der Mensabau kosten. 100.000 Euro schießt das Land NRW aus dem „1000-Schulen-Programm” zu.

Auch wenn sich das Lehrerkollegium des Gymnasiums „schon lange auf den Baubeginn gefreut” hat, wie Direktor Granz versicherte, bringt der Weg zum Ganztagsgymnasium einschneidende Veränderungen mit sich. „Es ist schon eine Anstrengung auch das Lehrerkollegium zu begeistern. Der Schulalltag ändert sich ja doch gewaltig”, verdeutlichte Winands. Obwohl die Gymnasiasten zukünftig auf dem Weg zum Abitur mehr Zeit in der Schule verbringen werden, können sie durch die Ganztagsbetreuung dennoch entlastet werden.

Winands: „Wenn man die Schüler fragt, was der Vorteil einer Ganztagsschule ist, sagen sie immer wieder, dass sie kaum noch Hausaufgaben erledigen müssen.” Diese Verlagerung des Lernorts vom heimischen Schreibtisch ins Klassenzimmer könne die „Belastungssituation” der Schüler entspannen.
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