Herzogenrath - Herzogenrather Gemeinde will Gotteslob noch nicht einführen

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Herzogenrather Gemeinde will Gotteslob noch nicht einführen

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Das von der Kirchengemeinde St. Gertrud kritisierte neue Gotteslob: Gerade in der Vorweihnachtszeit werden viele Exemplare der überarbeiteten Fassung als Geschenk gekauft. Foto: Holger Bubel

Herzogenrath. Das neue Gotteslob entwickelt sich zum Bestseller, wirbt das Bistum Aachen für das neue Werk. Bereits 85.000 Exemplare des umfassend überarbeiteten Gebets- und Gesangbuch wurden ausgeliefert, davon 70.000 Kirchenausgaben in den Pfarreien des Bistums, heißt es weiter. Und im Einhard-Verlag wird bereits kräftig nachgedruckt, um den Bedarf zu decken.

„Das neue Gotteslob ist eine Chance für uns alle“, wirbt  der Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff für das Werk. Aber wollen wirklich alle im Bistum diese neue Chance auch ergreifen? Nein, nicht alle. Da gibt es die sehr aktive  Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath mit ihrem Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Der hat seinen ihm seelsorgerisch Anvertrauten verkündet, dass es mit der Einführung des neuen Gotteslobs erst mal nichts wird.

Im aktuellen Pfarrbrief ist zu lesen, dass die entscheidenden Gremien der Pfarrei hinter Rodheudt  stehen: „Nach Beratungen im Pfarreirat und Kirchenvorstand schaffen wir als Pfarrgemeinde das neue ‚Gotteslob‘ als Gebet und Gesangbuch (noch) nicht an.“ Und weiter: „Der Grund dafür ist die hohe Anzahl erheblicher fachlicher und und inhaltlicher Mängel angesichts der hohen Anschaffungskosten von circa 12.000 Euro. Hinzu kommt der Verlust von über 40 Liedern aus unserem Gemeinderepertoire.“ Im Januarpfarrbrief soll Weiteres folgen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Rodheudt: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein neues Buch!“ Aber wenn schon ein neues Gotteslob erarbeitet wird, so sollte dieses eine Weiterentwicklung, eine Verbesserung sein. „Das ist aber ein Buch voller Fehler“, wie er meint, die sogar der neuen Liturgie des Vaticanums nicht immer gerecht werde. Zehn Jahre Vorarbeit seien schließlich geleistet worden. Da sei viel Zeit investiert und viel Geld ausgegeben worden, was letztlich „durch den Schornstein gegangen ist“. Rodheudt fordert eine Überarbeitung des Buches.

Die wird es aber nicht geben, folgt man den Aussagen des Bistums Aachen. „Es wird keine Überarbeitung des Gotteslobs geben. Der Einführung gingen mehr als zehn  Jahre intensiver Arbeit im Bistum und auf Bundesebene voraus. Es gab vorab Umfragen und vier „Testpfarreien“ im Bistum. Unzählige Fachleute aus unserem Bistum und aus den Herausgeberländern haben mitgearbeitet. Der Diözesanpastoralrat hat sich nicht negativ zum neuen Gotteslob geäußert“, sagt beispielsweise Rolf-Peter Cremer, Leiter im Bistum der Abteilung Pastoral, Schule und Bildung.

Cremer lehnt den Sonderweg der Herzogenrather Pfarre ab. Das neue Gotteslob sei Standard im Bistum. „Der Wille des Bischofs ist bekannt. Die Menschen in der Pfarrei St. Gertrud werden merken, dass sie abgehängt sind vom Gesang und Gebet, der in allen anderen Pfarreien unseres Bistums, Standard ist“, sagt Cremer.

Das letzte Wort im Gotteslob-Streit zwischen dem Bistum und der Pfarre St. Gertrud ist gewiss noch nicht gesprochen.

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