Herzogenrather Arbeitskreis fordert Abbau von Barrieren

Von: Nina Krüsmann
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Nicht nur eine Treppe wird für Menschen mit Behinderung schnell zum unüberwindbaren Hindernis. Das Behindertenforum hat deshalb 18 verbesserungswürdige Schwachpunkte im Herzogenrather Stadtgebiet aufgelistet. Nun ist die Politik gefragt. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Schon eine schwere Eingangstür oder die Treppe nach oben können für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Damit Behinderung und aktive Teilnahme am öffentlichen Leben sich nicht ausschließen und die Betroffenen zukünftig besser als bisher in den Alltag integriert werden, hat das Behindertenforum Herzogenrath jetzt eine Zielvereinbarung über dringend barrierefreie Maßnahmen in Herzogenrath erarbeitet.

Im Forum arbeiten behinderte und nicht behinderte Bürger zusammen. Ziel ist es, unter Einbeziehung der Betroffenen die Lebenssituation der Behinderten in der Stadt Herzogenrath zu verbessern.

Hierzu erarbeitete der Arbeitskreis konkrete Vorschläge, die an die jeweiligen Entscheidungsgremien und den Stadtrat weitergeleitet werden.

In 18 Punkten werden dringende Verbesserungen bei öffentlichen Gebäuden, Straßen und Plätzen gefordert. Denn oft gebe es viele Mängel in Sachen Barrierefreiheit und Behindertengerechtigkeit.

„Neu aufgenommen haben wir noch die Forderung, bei der Ankündigung von öffentlichen Veranstaltungen darauf hinzuweisen, ob der Ort barrierefrei zugänglich ist”, erklärt Schriftführerin Brigitte Offermanns.

Nachdem die Zielvereinbarung nun überarbeitet und beschlossen ist, wird sie an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es zum Beispiel bei den öffentlichen Behindertentoiletten. „Es gibt definitiv zu wenige”, stellt die Sprecherin Anne Fink fest. Weitere Maßnahmen seien dringend erforderlich.

So seien der Bahnsteig am Bahnhof Kohlscheid zu tief und die Bürgersteige am Kohlscheider Markt zu schmal für Rollstuhlfahrer. Josef Reinartz, selbst blind, wünscht sich, dass Sehbehinderte und Blinde in ihrem gesellschaftlichen Umfeld besser integriert werden.

„Da nicht alle Ampelanlagen mit taktilen und akustischen Zeichen versehen sind, werden Blinde in ihrer Flexibilität eingeschränkt und müssen immer denselben Weg gehen”, betont er.

Zudem sei es nötig, dass die Zeichen überall einheitlich sind und sich in der Lautstärke dem Verkehrslärm dynamisch anpassen. „Sonst ist das alles unsicher und man muss quasi mit dem Ohr daran hängen.”

Durch die Zielvereinbarung sollen die Chancengleichheit für alle vorangetrieben und eine selbstständige Teilhabe sowohl Behinderter als auch älterer Menschen ermöglicht werden.

„Wir müssen die Senioren ins Boot nehmen, sie sind teilweise von den beschriebenen Problemen betroffen”, betont Rollstuhlfahrer Rainer Gatzke.

„Oft werden Dinge einfach vergessen, zum Beispiel bei der barrierefreien Verkehrsgestaltung”, kritisiert Fink. Beim Neubau von Bordsteinkanten solle ab sofort eine Absenkung von 25 bis 30 Millimetern zur Orientierung für Blinde Pflicht werden.

Am 17. Februar berät der Herzogenrather Bau- und Verkehrsausschuss über aktuelle Maßnahmen der Prioritätenliste.
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