Herzogenrath - Herzogenrath untermauert Widerstand gegen Pläne für „Richtericher Dell“

Herzogenrath untermauert Widerstand gegen Pläne für „Richtericher Dell“

Von: Beatrix Oprée
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Mit der Ortserweiterung Richtericher Dell verfolgt die Stadt ehrgeizige Ziele. In hochwertigen und klimaschonend errichteten Häusern sollen bis zu 3000 Menschen ihr neues Zuhause finden.

Herzogenrath. „An Frechheit nicht zu überbieten!“ An der ablehnenden Haltung der Stadt Herzogenrath zum geplanten Baugebiet in der Dell in Aachen-Richterich respektive den Bau einer Umgehungsstraße L 231 n hat sich nichts geändert. Der Bau- und Verkehrsausschuss unterstrich jetzt noch einmal den Beschluss des Umwelt- und Planungsausschusses vom September.

Die Voraussetzungen zu schaffen, alle rechtlichen Mittel bis hin zu einer Normenkontrollklage gegen die Stadt Aachen ausschöpfen zu können, um auch für die Stadt Herzogenrath eine zufriedenstellende verkehrliche Lösung zu finden, lautete der Auftrag an die Verwaltung.

„Attraktive direkte Verbindung“

Rund 800 Wohneinheiten auf 30 Hektar sollen als Erweiterung Richterichs im Norden des Stadtteils entstehen, stufenweise entwickelt. Grundlage ist ein schon im Jahre 2005 verabschiedeter Masterplan der Stadt Aachen. Als Haupterschließung (Hauptsammelstraße) des neuen Wohngebiets soll eine Verlängerung der Horbacher Straße als L 231 n dienen. Das Plangebiet grenzt im Osten an die Banker-Feld-Straße, die ebenfalls als Sammelstraße dienen soll. Die L 231 n soll unter anderem die Banker-Feld-Straße (Aachener Gebiet) kreuzen (per Kreisverkehr), wodurch im weiteren Verlauf auch eine „attraktive direkte Verbindung“ zur Roermonder Straße geschaffen werde.

An keiner Stelle der Aachener Planungen, so die Kritik aus Herzogenrath, würden Maßnahmen zur Vermeidung von Schleichverkehren durch Kohlscheid-Bank erwähnt. Zwar würden die Verkehrsprognosen von einer kaum wesentlichen Belastungsveränderung für Bank ausgehen, so sieht die Stadt Herzogenrath dennoch nicht berücksichtigt, dass die Roermonder Straße seit Jahrzehnten vielleicht die am stärksten belastete Landstraße im Nordraum von Aachen sei. Weder Teilumgehungen noch großräumigere Umgehungen der drei Stadtteile Kohlscheid, Mitte und Merkstein seien realisierbar, legt die Verwaltung dar.

Konzept überarbeiten

Die Folge: Auf der Suche nach „kleinen Zeitvorteilen“ werde immer wieder versucht, über Wohnquartiere oder Gemeindestraßen auszuweichen. Bereits seit langer Zeit sei Herzogenrath bemüht, solche Schleichverkehre unattraktiv zu machen.

Einen dieser beschriebenen „alternativen Straßenzüge“ zur stark frequentierten Roermonder Straße stelle die Haus-Heyden-Straße über Bankerfeldstraße auf Herzogenrather Stadtgebiet und weiter auf Aachener Gebiet durch Uersfeld dar. Durch umfassende bauliche Maßnahmen respektive Durchfahrverbote wurde bisher versucht, dem entgegenzuwirken. Bank sei wegen seiner dörflichen Struktur mit teils sehr engen Straßen völlig ungeeignet, noch weitere Verkehre aufzunehmen, ohne dass ein erhebliches Risiko für Fußgänger und Radfahrer entstünde.

Fazit: Herzogenrath fordert eine Überarbeitung des Erschließungskonzepts „Rich-tericher Dell“ unter eigener Beteiligung. Damit kann sich die Stadt Aachen allerdings nicht anfreunden, wie Herzogenraths Politik nun noch einmal unwillig zur Kenntnis nahm.

„Aus unserer Sicht haben die Entwicklungen in Herzogenrath, insbesondere im Stadtteil Kohlscheid, den Schleichverkehr in den letzten Jahren erheblich verstärkt“, hatte Aachens Technische Beigeordnete Gisela Nacken schon im Sommer geantwortet: Die gewerblichen Ansiedlungen entlang der Roermonder Straße hätten vielmehr dazu beigetragen, dass die Knotenpunkte in Kohlscheid überlastet seien und Alternativrouten gewählt würden – wodurch auch die Anwohner an Banker-Feld-Straße und Horbacher Straße in Aachen belastet würden. Durch die geplante Ortsumgehung Richterich (L 231 n) würden diese dann jedoch entlastet.

„Nicht ernst zu nehmen“

Um eine Entlastung der Schleichverkehrroute in Herzogenrath zu erreichen, so schlägt die Beigeordnete vor, stehe es der Stadt frei, die Anbindung Kohlscheids an die neue L 231 auf Herzogenrather Stadtgebiet zu unterbinden.

Eine Anregung, die bei Rodas Politik auf wenig Gegenliebe stieß: „Das ist kein ernst zu nehmender Vorschlag“, reklamierte CDU-Fraktionschef Reimund Billmann. Dr. Bernd Fasel (Grüne) nahm‘s ironisch, denn die Schleichwegroute durch die Haus-Heyden-Straße ist eine der Trassen für den geplanten Radschnellweg, womit die Straße ja dann als Radweg ausgeschildert würde... Dass sich Autofahrer von Schildern nicht abhalten ließen, stellte Ulrich Hoffmann-Siemes (SPD) aus eigener Anschauung heraus: „Die fahren einfach auch über Radwege.“ In dieser Sache unbedingt am Ball zu bleiben, forderte auch FDP-Fraktionschef Björn Bock.

Und Toni Ameis (Linke) verwies noch einmal hoffnungsfroh auf die sehr aktive Bürgerinitiative gegen das Richtericher Dell. 

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